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Unnötiger Motorradlärm ist in vielen Regionen Deutschlands ein großes und belastendes Problem für Anwohner und Touristen. Foto: pixabay.com

Märkischer Kreis. Der Märkische Kreis ist der bundesweiten Initiative gegen Motorradlärm Silent Rider e.V. beigetreten. Er bezieht damit eindeutig Stellung gegen rücksichtslose Fahrer und den Lärm von manipulierten Auspuffanlagen. „Ich freue mich sehr, dass wir den Beschluss, Silent Rider beizutreten, nun umgesetzt haben“, sagt Landrat Thomas Gemke.

Der Landrat glaubt, dass sich durch die Aktionen dieser bundesweiten Initiative die große Chance ergibt, die lärmgeplagten Anwohner stärker und effektiver vor Motorradlärm zu schützen, als dies sonst für einen einzelnen Kreis möglich sei.

“Silent Rider macht bundesweit auf das Lärmproblem aufmerksam und zeigt praktikable Lösungsmöglichkeiten auf. Im Zusammenschluss der Kommunen und Regionen werden wir mehr Gehör finden und mehr Gewicht haben für die notwendigen politischen Beschlüsse beim Bund und bei der EU”, sagt er.

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Erster Erfolg im Bundesrat

Der Verein Silent Rider war Anfang 2019 von acht betroffenen Kommunen in der Eifel gegründet worden. Bis heute sind zahlreiche weitere Landkreise, Städte, Gemeinden und Interessensgemeinschaften aus mehreren Bundesländern hinzugekommen. Einen ersten großen Erfolg erzielte Silent Rider diesen Mai, als die Landesregierung NRW einen Antrag zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm in den Bundesrat einbrachte und die Länderkammer am 15. Mai die Entschließung verabschiedete, die Bundesregierung solle sich bei der EU-Kommission für wirksame Maßnahmen gegen Motorradlärm einsetzen.

Weitere Unterstützer aus dem Kreis

Auch die Städte Meinerzhagen, Plettenberg, Kierspe sowie die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde sind dem Verein beigetreten. Sie folgten damit einem Aufruf von Landrat Gemke, die Arbeit von Silent Rider zu unterstützen. Anders als der Kreis, der als ordentliches Mitglied beispielsweise stimmberechtigt ist, haben sich die Kommunen für einfache bzw. fördernde Mitgliedschaften entschieden, die günstiger sind, jedoch kein Stimmrecht enthalten.

„Uns geht es darum, die Arbeit von Silent Rider ideell zu unterstützen, damit möglichst viele Forderungen des Vereins umgesetzt werden“, erklärt Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte. Silent Rider fordert u.a. eine spürbare Erhöhung der Bußgelder für Verstöße jeglicher Art, die Möglichkeit der sofortigen Stilllegung des Fahrzeugs bei nicht genehmigten Veränderungen, die Einführung einer Halterverantwortung und von gerichtsfesten Lautstärkemessverfahren, ein generelles Verbot von geräuschverstärkendem Sounddesign sowie die Einführung einer Schallobergrenze und eine staatliche Förderung für E-Motorräder.

Stimme gegen unnötigen Lärm abgeben

Zu den Maßnahmen der bundesweiten Kampagne gehört auch eine Online-Petition gegen Motorradlärm. Auf www.silent-rider.de oder www.openpetition.de können Betroffene und Menschen, die sich mit Betroffenen solidarisch zeigen, ihre Stimme gegen unnötigen Motorradlärm abgeben. Mit der Petition möchte sich die Initiative Gehör und Gewicht beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages verschaffen, mehr Aufmerksamkeit und eine höhere Reichweite im zielführenden Diskurs mit der Politik erzielen.

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