Mit der Beteiligung an der Kampagne Kampagne „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ setzt auch Iserlohn setzt ein Zeichen gegen Rechts. Foto: Stadt Iserlohn

Iserlohn. Vielfältig, friedlich und gleichberechtigt zusammen leben – dazu hat der Landesintegrationsrat NRW bereits Anfang 2020 alle kommunalen Integrationsräte aufgerufen. Anlass für die Kampagne war das Absägen des Gedenkbaums für das erste NSU-Opfer Enver Şimşek in Zwickau im Oktober 2019. Als Zeichen gegen Rassismus wurden alle NRW-Kommunen darum gebeten, einen Erinnerungsort zu schaffen, der aus elf neu angepflanzten Bäumen besteht. Die Zahl elf ergibt sich aus zehn Bäumen für die insgesamt zehn Opfer des NSU, der elfte Baum soll für alle genannten und ungenannten Opfer rassistischer Gewalt stehen. Außerdem soll eine Gedenktafel über die Bedeutung des Mahnmals aufklären.

Der Integrationsrat der Stadt Iserlohn hatte bereits im Juni 2020 beschlossen, sich der landesweiten Kampagne anzuschließen und die Verwaltung beauftragt, einen passenden Erinnerungsort im Stadtgebiet zu finden.

Bürgermeister Michael Joithe erklärt: „Ich begrüße den Aufruf des Landesintegrationsrates NRW und die Umsetzung des Projektvorschlags „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ in Iserlohn. Der gewählte Standort bietet sich für die vorgesehene Anordnung der Bäume geradezu an. Ich danke allen Beteiligten für Ihr Engagement, vor allen Dingen den Fachabteilungen der Stadtverwaltung, dem Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn Hemer und dem Integrationsrat.“

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Die Standortwahl für das Mahnmal fiel nach mehreren Besichtigungen und Prüfungen von Örtlichkeiten auf die Grünanlage Auf der Aeumes im Bereich Buchenwäldchen – gegenüber dem dortigen Bolz-, Hockey- und Basketballplatz. Der Integrationsrat der Stadt Iserlohn hat in seiner Sitzung am 8. Dezember 2021 über den Standort abgestimmt.

In Abstimmung mit dem Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn Hemer (SIH) wurden die Bäume bereits Anfang des Jahres auf der vorgesehen Fläche gepflanzt. Zehn Bäume wurden in einem Halbkreis angeordnet. Der elfte Baum wurde in die Mitte des Halbkreises gesetzt. Um die Kampagne „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ auch optisch zu unterstreichen, wurden zehn Bäume mit gelbem Laub und ein Baum mit rotem Laub gewählt: Zehn amerikanische oder auch Gold-Gleditschien (Gleditsia tryacanthos ’sunburst‘) und ein Blutahorn (Acer platanoides ‚faassen’s black‘). Die Bäume werden über die Jahre 12 bis 15 Meter hoch und bei idealen Voraussetzungen 80 Jahre und älter. „Außerdem sind beide Baumarten für Insekten sehr wertvoll“, so der SIH, „denn die Blüten sind ungefüllt.“

Die Gedenktafel, auf der die Namen der zehn NSU-Opfer eingraviert sind, ist direkt vor dem Mahnmal installiert worden.

Ziel ist es, mit dem neuen Erinnerungsort in der Stadt über die Dimension der NSU-Verbrechen zu informieren und zu gedenken.

„Ein Erinnerungsort trägt das Gedenken in den öffentlichen Raum und ist ein wichtiger Teil unserer Erinnerungskultur. Ich wünsche mir, dass dieser Ort dazu anregt, danach zu fragen, wer die Menschen waren, denen er gewidmet ist, und was damals in unserem Land geschehen ist. Er soll dem Gedenken der genannten, aber auch der ungenannten Opfer rassistischer Gewalt dienen. Weiterhin hoffe ich, dass der Erinnerungsort „Auf der Aeumes“ viele Menschen berührt und wir in Iserlohn heute und künftig zusammenstehen, um Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie zu bewahren und zu schützen. In unserer Gesellschaft ist kein Platz für Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, kein Platz für Hass und Gewalt!“, erläutert Bürgermeister Joithe.

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