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Frank Fischer beim Sehtest - einfach unwiderstehlich. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Frank Fischer kann beinahe so diabolisch starren wie der legendäre Klaus Kinski. Dabei sitzt dem Comedian allerdings unübersehbar auch der Schalk im Nacken. Die Szene an der Supermarktkasse spricht Bände. „Treuepunkte, wer sammelt schon Treuepunkte“, blafft Fischer alias Kinski und rollt mit den Augen. Dann schiebt er die Payback-Karte rüber. So macht sich Fischer das Leben interessanter als es eigentlich ist und bereitet dem Publikum jede Menge Spaß.

Lachsalven, Glucksen, Kichern

Lachsalven, Glucksen, Kichern – die Besucher waren am zweiten Abend der Lüdenscheider Kleinkunsttage bester Laune. Die Anleitungen zum ungewöhnlichen Leben – wie gern würde der ein oder andere sie mal ausprobieren. Der Verkäuferin hinter der Fleischtheke mal ein Stück Wurst anbieten oder dem Marktmarkt-Verkäufer auf die Schulter tippen und harmlos fragen: „Kann ich Ihnen helfen?“

Warum sollte man das tun? Weil es das Leben interessanter macht und weil’s erlaubt ist, behauptet Fischer in seinem Soloprogramm „Gewöhnlich kann jeder“.

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Feinsinniger Beobachter

Er selbst könnte beispielsweise zum Italiener gehen, sich Spaghetti auf den Kahlkopf schaufeln und jubeln: „Endlich wieder Haare.“ Das hat schon was. Fischer ist aber nicht nur eine Gag-Maschine, sondern auch ein feinsinniger Beobachter. Bei seinen Reisen kreuz und quer durch die Republik notiert er die Marotten seiner Mitmenschen und spitzt sie auf der Bühne zu. „Nicht erfunden“, beteuert er immer wieder.

Die Berge von Proviant und Sekt, die beispielsweise hessische Landfrauenvereine bei der Tour zum Musical in Hamburg im Zug verspeisen, haben sicher schon so manchen verwundert. „Wer kann so viel essen?“ fragt Fischer. Der Blick auf die kräftigen Damenkörper belegt – sie können es. Als Tüpfelchen auf dem i kommt die Leggins mit Leopardenmuster dazu. „Schinken im Kunstdarm“, kommentiert der Comedian. Da platzte das Lachen nur so aus einer Zuschauerin heraus und es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder eingepegelt hatte. Dann der verbale Elfmeter: „König der Löwen, das ist wie Starlight Express, nur ohne Rollschuhe“ und wieder konnten sich viele vor Lachen kaum halten.

Der Mann aus Mainz ist ein charmanter Plauderer und feinsinniger Beobachter. Foto: Wolfgang Teipel

Der verrückte Alltag – im ersten Teil des Programms hatte Fischer sein Pulver noch lange nicht verschossen. Er liebt Mr. Dyson, den Erfinder des staubeutellosen Staubsaugers, den Müslimann von Seitenbacher und andere Witzfiguren aus der Werbung. „Sie leiden unter Saugkraftverlust“, diesen Spruch musste Fischer auf Wunsch einer Besucherin nach der Vorstellung sogar noch einmal wiederholen.

Am 27. Februar geht’s weiter

Der gebürtige Hesse, der heute in Mainz lebt, hat einen starken Eindruck hinterlassen. Möglicherweise zählt er zu den heißen Kandidaten für die „Lüdenscheider Lüsterklemme“, den von der Sparkasse Lüdenscheid gestifteten Kleinkunstpreis.

Am 27. Februar geht das geistvolle Gerangel um die Trophäe weiter. Dann steht Bernd Gieseking auf Kleinkunstbühne in der umgebauten Garderobenhalle des Kulturhauses. Es folgen Auftritte von Stefan Danziger (28. Februar) und Lisa Catena (1. März). Die Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr.

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