Achim Riggert interviewte Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte und Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke zum Gedenkjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Fotos/Collage: Wolfgang Teipel

Plettenberg. Seit mindestens 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden in Deutschland. Was hat das Judentum mit dem Christentum gemeinsam? Wie hat die jüdische Kultur über Jahrhunderte lang das Leben in Deutschland geprägt?

Diesen Fragen ist Achim Riggert anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ nachgegangen. Er interviewte unter anderem Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke und Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte. Achim Riggert ist Pfarrer und Bezirksbeauftragter für den Religionsunterricht sowie Sprecher des Interreligiösen Forums.

Gebot der Barmherzigkeit

Für Iris Jänicke sind die Wurzeln der Diakonie bereits im Alten Testament erkennbar. Im Interview erwähnt sie sozialstaatliche Gebote, die nach wie vor aktuell sind. Dazu zählt Iris Jänicke das Gebot Barmherzigkeit und das Gebot Fremdlinge so zu behandeln, als ob es Einheimische seien. „Einer starke Aussage, die bis in die heutige Zeit reicht“, bekräftigt die Diakonie-Geschäftsführerin. Das Fest- und Gedenkjahr bewertet sie als große persönliche Bereicherung. Sie habe das Judentum lange nur als Opfer deutscher Gewaltherrschaft wahrgenommen. Das Gedenkjahr trage dazu bei, sich intensiver mit der Geschichte und der vielfältigen Kultur des Judentums zu befassen. Hier das Video mit dem Interview.

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Leidvolle Geschichte

Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte verbindet mit dem Judentum insbesondere viel Leid. Im Interview erinnert er an den Holocaust und viele lokale und regionale Pogrome im Lauf der Geschichte. Aus seiner Sicht reicht ein Blick ins alte und ins Neue Testament, um die vielen Verbindungen zwischen Judentum und Christentum zu erkennen. In Plettenberg selbst erinnern ihn die Stolpersteine, die im Gedenken an jüdische Mitbürger in Straßen du Wege eingelassen sind, an die leidvolle Geschichte. Als Persönlichkeiten, die für ihn eng mit dem Judentum in Deutschland verbunden sind, nennt er Albert Einstein und Anne Frank. Ihr Tagebuch ist das meistgelesene und wohl aufrüttelnste Buch über die Judenverfolgung. Hier das Video mit dem Interview.

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