Diesen Tresor ließen die Täter in Meinerzhagen mitgehen. Sie brachen ihn auf und warfen ihn anschließend aus einem fahrenden Auto in den Straßengraben. Foto: Polizei Osnabrück

Meinerzhagen/Osnabrück. Der “Zentralen Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl”, kurz ZEG WED, der Polizeidirektion Osnabrück ist in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück nach knapp 18 Monaten Ermittlungsarbeit ein bedeutender Schlag gegen eine international agierende Einbrecherbande gelungen. Elf mutmaßliche Wohnungseinbrecher, die als Bande in ständig wechselnden Konstellationen unterwegs waren, wurden festgenommen. Zahlreiche Wohnungen wurden durchsucht.

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Tresor landete im Straßengraben

Eine Spur führt auch nach Meinerzhagen. Hier schafften es die Täter, einen großen Tresor ohne großes Aufsehen unerkannt aus einem Einfamilienhaus zu transportieren. In der Nähe des Tatortes wurde der Safe dann gewaltsam geöffnet, das Diebesgut entnommen. Dann warfen die Täter den Tresor achtlos aus dem fahrenden Täterfahrzeug in einen Straßengraben.

Deutsche Polizisten, Europol-Beamte und Beamte der niederländischen Polizei waren an den Ermittlungen beteiligt. Foto: Polizei Osnabrück

Die Ermittlungen der Polizei richten sich gegen insgesamt 21 Tatverdächtige. Außergewöhnlich: Bei den Verdächtigen handelt es sich um Mitglieder einer niederländischen Großfamilie, die auch Züge von Clankriminalität aufwiesen. Die Taten – meist waren es Einbrüche in Gehöfte oder alleinstehende Wohnhäuser – wurden von den Niederlanden aus (Provinz Overijssel) geplant und staatenübergreifend begangen.

Über 100 Einbrüche verübt

Den führenden Köpfen der Bande sowie den restlichen Mitgliedern, 14 Männer und sieben Frauen, werden über 100 Einbrüche in Deutschland, den Niederlanden und Belgien zur Last gelegt. Der materielle Schaden beläuft sich auf über 150.000 Euro. „Hinzu kommen die seelischen Folgen der Opfer, die meist sehr viel schwerer wiegen als der materielle Verlust“, heißt es weiter in einer Mitteilung der Polizei Osnabrück.

Wechselnde Teams

Die Mitglieder der niederländischen Großfamilie gingen äußerst konspirativ und professionell vor. Nicht nur, dass die Taten von täglich wechselnden “Teams” verübt wurden, benutzten sie technisches Equipment, um ihre Komplizen zu warnen oder zu instruieren. Zudem nutzten die Täter zahlreiche unterschiedliche Fahrzeugtypen, die oftmals auf sogenannte “Scheinhalter” zugelassen waren.

Ermittlungen schon 2012

Ihren Anfang nahmen die Ermittlungen bereits im Jahr 2012. Schon damals waren Mitglieder einer niederländischen Großfamilie, die sich auf Einbruchsdiebstähle spezialisiert hatten, in den Fokus deutscher und niederländischer Polizeibehörden geraten. Damals richteten sich die Ermittlungen der niederländischen Polizei gegen 54 Tatverdächtige, die im Bereich Enschede Diebesgut im Gesamtwert von mehr als 300.000 Euro über Goldankäufer umgesetzt hatten. Einige der Täter wurden von der niederländischen Justiz zu Freiheitsstrafen von mehreren Jahren verurteilt.

Seit April 2017 standen dann 21 Mitglieder dieser Großfamilie erneut im Fokus der Ermittler.

 

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