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Objekte von Kurt Kornmann: Der Werdohler Künstler hat sie 1971 anlässlich der IKA erschaffen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Im Forum der Städtischen Galerie am Sauerfeld läuft die legendäre Afri Cola-Werbung von Charles Wilp in einer Dauerschleife. Stühle aus Kunststoff erinnern an die Zeit, als der neue Werkstoff es ermöglichte, plötzlich Designartikel in Massenfertigung herzustellen. Skulpturen des Werdohler Künstlers Kurt Kornmann erinnern an die Internationale Kunststoffhaus-Ausstellung 1971 in Lüdenscheid, bei der man sich von der Verwendung im Hausbau wahre Wunder versprach.

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Ausstellung bis 13. Januar

Das und mehr zeigt die Städtische Galerie ab 8. September bis zum 13. Januar. Zusammen mit dem Geschichtsmuseum erinnert sie anlässlich des 750. Jahrestages der Stadtwerdung Lüdenscheids in einer Doppelausstellung an die Zeit in Lüdenscheid vor 50 Jahren. Die Ausstellung „Kunst damals! –Von Op bis Pop“ wird am 7. September um 19 Uhr eröffnet. Die Ausstellung „Pop und Pille – Lüdenscheids Jugendbewegung“ beginnt am 23. September.

Die “Valentina”: Diese Schreibmaschine wurde zum Kultobjekt. Foto: Wolfgang Teipel

Ausstellungsstücke aus der Sammlung der Städtischen Galerie sowie zahlreiche Leihgaben vermitteln einen guten Eindruck von der Aufbruchsstimmung, die in der Nachkriegszeit einsetzte. „In Lüdenscheid war davon zunächst wenig zu spüren“, sagt Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen. Die Ankäufe der Stadt beschränkten sich zunächst auf kleine Bronzeskulpturen. „Sicheres Terrain auf der Basis der klassischen Moderne, vertreten beispielsweise durch Käthe Kollwitz“, erklärt Susanne Conzen.



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Umbruch in der Kunst

Kaufhauskunst. Man glaubt es kaum: Der Block besteht aus metallenen Kleiderbügelhaltern. Foto: Wolfgang Teipel

Die Künstlergruppen „Gruppe 53“, „neuer westen“ und „ZERO“ leiteten unterdessen im Ruhrgebiet, in Düsseldorf und anderswo den Umbruch ein. Mehr und mehr setzte sich die Durchdringung von sogenannter „hoher Kunst“ und Alltagskunst durch. Dazu zählten irritierende Wahrnehmungsexperimente, künstlerische Lichtphänomene und schließlich die Reproduzierung der Warenwelt in Blow-Up und comicähnlicher Farbigkeit. Diese Kunst der 1960er Jahre erreichte Lüdenscheid schließlich in den 1970er und 1980er Jahren, oftmals auf Initiative privater Sammler.

Partykleidchen aus Papier, knallbunte Plateauschuhe und mehr: Im Forum der Städtischen Galerie fühlt sich der Besucher in die 1970er Jahre zurückversetzt. Collage: Wolfgang Teipel

Skulpturen, Gemälde, Grafiken und Designobjekte aus der Sammlung der Städtischen Galerie und aus Lüdenscheider Privatbesitz führen die Ausstellungsbesucher durch eine Epoche des Aufbruchs und der Überwindung konservativer Einengung. Die Ausstellung der Stadt Lüdenscheid wird gefördert von der Sparkasse Lüdenscheid in Kooperation mit dem Verein der Kunstfreunde Lüdenscheid e. V. (KFL)

 

 

 

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