Am Wochenende wurde in der Historischen Schützenhalle am Loh in Lüdenscheid ein komplettes Impfzentrum aufgebaut. Foto: Alex Bange/Märkischer Kreis

Lüdenscheid. (pmk) Pünktlich zum 15. Dezember ist das Impfzentrum des Märkischen Kreises in Lüdenscheid aufgebaut. Die Hoffnungen richten sich nun darauf, dass noch in diesem Jahr ein Impfstoff zugelassen wird.

Arbeitsauftrag erfüllt! Das Land NRW hatte den Kreis aufgefordert, bis Mitte Dezember ein Impfzentrum aufzubauen. In einer Wochenendaktion haben Kreis-Mitarbeiter gemeinsam mit dem Dienstleister Optimal Messe-und Ausstellungsbau Menden, dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr Lüdenscheid die Historische Schützenhalle in Lüdenscheid in ein Impfzentrum verwandelt. Bis zu sechs Impfstraßen können hier parallel betrieben werden.

“Chapeau, alle Beteiligten haben sehr gute Arbeit geleistet”, bedankt sich der Leiter des Krisenstabs, Horst Peter Hohage. Nun gelte es, die Zeit bis zur Verfügungsstellung des Impfstoffs zu nutzen, um alle weiteren organisatorischen Fragen wie beispielsweise die Lagerung, den Transport und die Aufbereitung des Impfstoffs, die Regelungen zur Terminvergabe sowie die Ablaufplanung der Impfung zu klären. Bis Weihnachten soll das Impfzentrum einsatzbereit sein. “Die Herausforderung wird es sein, die Verfügbarkeit des Impfstoffs, die Disposition der zu impfenden Personen und die Bereitstellung des Personals aufeinander abzustimmen”, meint Hohage.

Weitere Abstimmungsgespräche

Die Aufgabenteilung zwischen Bund, Land und Kreis ist klar: Grundsätzlich übernehmen Bund und Land die Kosten für den Betrieb des Zentrums je zur Hälfte. Der Bund beschafft und bezahlt den Impfstoff, das Land NRW sorgt für die Verteilung und Aufbereitung, der Kreis ist verantwortlich für den Betrieb des Impfzentrums.

Das Personal stellen der Kreis und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Während der Kreis neben der Verwaltung auch den Sicherheitsdienst organisiert, kümmert sich die KVWL um die Bereitstellung des medizinischen Personals auch für die geplanten mobilen Teams. Die Abstimmungsgespräche laufen.

Mobile Teams

Nach den bisherigen Planungen sollen die Impfungen abgestuft erfolgen. Bisher gibt es dazu eine grobe Richtlinie. Zuerst sollen mobile Teams sogenannte vulnerable Gruppen etwa in Pflegeheimen impfen. Danach folgen Pflegebedürftige und Risikopatienten, die aber noch mobil sind und zum Impfzentrum kommen können. Vorrang haben auch medizinisches Personal und Beschäftigte der kritischen Infrastruktur. Erst wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, soll die Impfung auf die Hausärzte übertragen werden.

Hohage rechnet zunächst mit einem Potential von ca. 18.000 Personen in Einrichtungen, die je nach Impfbereitschaft durch mobile Teams aufgesucht werden. Die Verfügbarkeit des Impfstoffs wird das Tempo bestimmen. Das Land NRW geht davon aus, dass der Impfstoff zu Beginn nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stehen wird.

1440 Impfungen pro Tag möglich

“Anfangs wird der Schwerpunkt in der mobilen Impfung liegen, sie wird dann nach Bedarf und Impfstoffverfügbarkeit am Impfzentrum hochgefahren. Das wird sicher nicht vom ersten Tag an in Volllast laufen”, ist sich der Krisenstabsleiter sicher. Die Inbetriebnahme des stationären Zentrums wird voraussichtlich mit 2 bis 3 Impfstraßen starten. “Später können wir auf bis zu 6 Impfstraßen hochziehen.”

Im Volllastbetrieb ist eine tägliche Betriebszeit in zwei Schichten von 8 bis 20 Uhr montags bis sonntags zu gewährleisten. Bei geringerer Auslastung sei ein Einschichtbetrieb von 8 bis 14 oder 14 bis 20 Uhr möglich. Je Impfstraße können nach der Modellrechnung der KVWL und des Landes NRW 20 Personen pro Stunde geimpft werden. Das bedeutet täglich 240 Personen je Impfstraße. Bei voller Auslastung können idealerweise 1440 Personen am Tag und 10.080 Personen pro Woche geimpft werden. Das würde in etwa den Empfehlungen des Landes NRW entsprechen.

Zweiter Standort in Iserlohn

Nach Einschätzung des Krisenstabs genügen die Räumlichkeiten in der Schützenhalle nur in der Startphase den Anforderungen des Landes. Zusätzliche Kapazitäten können zu einem späteren Zeitpunkt an einem zweiten Standort in der ehemaligen Firma Kottmann in Iserlohn geschaffen werden.

Der Kreis geht davon aus, dass das Impfzentrum mindestens bis Mitte nächsten Jahres betrieben werden muss. Auf Sicht soll das Impfgeschehen dann in die Verantwortung der niedergelassenen Ärzte überführt werden. Das hängt auch von der Verfügbarkeit weiterer Impfstoffe ab, die voraussichtlich geringere Anforderungen an Transport und Logistik stellen werden.

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