Woeste
Marie Woeste und Lewis Zierke in einem der Gewächshäuser. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Der Boden ist die Haut der Erde. Deshalb behandeln ihn Marie Woeste und Lewis Zierke besonders pfleglich. In ihrer Hofgärtnerei Woeste sind konventionelle Spritz- und Düngemittel tabu. Seit einem Jahr betreiben die Landwirte und Agrarwissenschaftler so die Gärtnerei in einem Seitental der Mintenbecke.

Crowdfunding-Kampagne vor einem Jahr

Ein Blick zurück: Vor etwa einem Jahr war das Gelände, das einige hundert Meter vom Hof Woeste entfernt liegt, gerade mal eingezäunt. Schwarze Silofolie deckte rund 0,5 Hektar Boden ab. Marie Woeste und Lewis Zierke hatten auf der Plattform startnext eine Crowdfunding-Aktion für ihr Projekt gestartet.

Mit der Crowdfunding-Kampagne erreichten die beiden Junglandwirte ihr Ziel. Über 58.000 Euro flossen in den Aufbau der Gärtnerei. Tatkräftig wurden und werden die beiden Hofgärtner vom Verein Solidarische Landwirtschaft Lüdenscheid unterstützt.

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41 Kulturen

Heute ziehen beide Bilanz: „Wir sind sehr zufrieden.“ In der letzten Novemberwoche werden sie die letzten Gemüseanteile ausgeben. Dann werden sie in diesem Jahr rund neun Tonnen Gemüse, von Gurken, Tomaten über Kürbisse, Radieschen und Kräuter bis zum scharfen Asia-Salat geerntet und verteilt haben. 2700 Quadratmeter Anbaufläche, 41 Kulturen und 95 Anteilseigener, die sie an der solidarischen Landwirtschaft beteiligen, haben dann 110 Haushalte mit frischem Gemüse aus der Region versorgt. Das erste Ziel haben Marie Woeste und Lewis Zierke erreicht. Was kommt jetzt?

Die Hofgärtnerei verfügt noch über drei Flächen von je 18 x 18 Metern. „Die hatten wir als Puffer angelegt. 2022 werden wir sie aktivieren, um noch mehr Kulturen anzulegen“, berichtet Lewis Zierke. „Außerdem haben wir gelernt, wie wir die vorhandenen Flächen intensiver bewirtschaften können.“ Sie hoffen auf spürbar höhere Erträge.

Weidehähnchen und Weihnachtsgänse

Damit nicht genug. Die Gemüseanteile sollen im nächsten Jahr durch Anteile mit Weidehähnchen und Weihnachtsgänsen ergänzt werden.

Trotz aller Erfolge – einfach war das Jahr 2021 nicht. Der Wintereinbruch im April schockte Marie Woeste und Lewis Zierke. Die Folientunnel waren unter einer 20 Zentimeter hohen Schneeschicht begraben und mit ihnen die kleinen Pflanzen. „Gut, dass wir so robuste Sorten ausgewählt hatten“, erinnern sich die beide Junglandwirte. „Sie erholten sich schnell vom Kälteschock. Ebenso die beiden Junglandwirte. Auch unvorhergesehene Ausgaben bremsten Marie Woeste und Lewis Zierke nicht. „Da mussten wir einiges von unserem Lohn investieren.“

Info-Abend am 8. November

Zurzeit beschäftigten sich die beiden Hofgärtner mit den Pflanzplänen für die neue Saison. Dazu kommen die Vorbereitungen für den Informationsabend am Montag, 8. November, und die nächste Bieterrunde am 20. November. Am 8. November wollen Marie Woeste und Lewis Zierke ab 19 Uhr in der Ida-Gerhardi-Schule darüber informieren,warum es so wichtig ist auf enkeltaugliche Landwirtschaft umzusteigen, wie das Solawi-Konzept funktioniert und wie die Vergabe der Anteile für 2022 abläuft.

Interessenten können sich noch unter der E-Mail-Adresse anmeldung@solawilue.de für die Veranstaltung anmelden (bitte Anzahl der Personen angeben).

 

 

 

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