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Gudrun Gerhardt, 1. Bevollmächtigte der IG Metall, befürchtet, dass die abgeschwächte Konjunktur und der Wandel in der Industrie die Region vor eine harte Probe stellen werden. Foto: IGM

Lüdenscheid. Die Ankündigung von Novelis, das Lüdenscheider Werk an der Wiesenstraße im Jahr 2020 schließen zu wollen, stößt bei der IG Metall Märkischer Kreis auf Unverständnis. Gewerkschaftssekretär Kevin Dewald, der für die IG Metall Märkischer Kreis Novelis betreut, betont: „Wir erwarten insbesondere von tarifgebundenen Unternehmen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Beschäftigung und Standorte zu sichern. Dazu hätte es auch gehört, mit uns über Alternativen zu einer Werksschließung zu sprechen. Dies ist nicht geschehen. Wir werden zeitnah mit dem Betriebsrat und unseren Mitgliedern schauen, wie es weitergeht und in welcher Form Ansprüche bis zur Werkschließung geltend gemacht werden können.“

Schmerzhaft für die Region

Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis, Gudrun Gerhardt, ergänzt: „Der Wegfall von 200 Arbeitsplätzen ist für die Region schmerzhaft. Die Entscheidung von Novelis kommt nahezu unmittelbar nach der Entscheidung der Unternehmensgruppe Georg Fischer, den Standort am Werdohler Bahnhof mit rund 300 Beschäftigten schließen zu wollen. Nun ist Novelis kein klassischer Automobilzulieferer. Allerdings befindet sich die energieintensive Produktion von Aluminiumerzeugnissen ebenso vor einem Wandel wie die gesamte Automobilindustrie. Dabei spielt nicht nur die hohe Energielast eine Rolle, sondern auch die Akzeptanz von Aluminiumprodukten wie der in Lüdenscheid hergestellten Alu-Folie in privaten Haushalten. Wir erleben hier hautnah, dass der ökologische Wandel auch Arbeitsplätze kosten kann. Hinzu kommen die Konflikte im Handel insbesondere zwischen den USA und Ostasien.

Keine Ruhe in den nächsten Monaten

Nach den zwei Werksschließungen, die für unsere Region in diesem Sommer angekündigt wurden, erwarte ich für die kommenden Wochen und Monate keine Ruhe. Die abgeschwächte Konjunktur und der Wandel in der Industrie werden uns vor eine harte Probe stellen. Wirtschaft und Politik müssen nun dringend an den Tisch, um über Maßnahmen zu diskutieren, die zum Beispiel in Kurzarbeitsphasen oder im Umfeld von Werksschließungen Qualifikation und Beschäftigung bringen können. Unsere Region ist nun mal von industrieller Wertschöpfung geprägt, von der viele Familien durch ihre Arbeit finanziell abhängig sind. Die Menschen haben zu Recht hohe Erwartungen, dass nun was passiert. Es bringt nichts, auf den Moment zu warten, an dem es vorbei ist.“



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