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Zahlreiche Beschäftigte folgten dem Streikaufruf der IG Metall. Foto: Adem Bulut / IG Metall.

Schalksmühle. Die IG Metall hat am heutigen Donnerstag die Beschäftigten der Outokumpu in Dahlerbrück zu einer spontanen Protestkundgebung aufgerufen. Anlass war die Andeutung des finnischen Stahlherstellers, bei den Umstrukturierungsmaßnahmen am Standort auch auf betriebsbedingte Kündigungen zurückgreifen zu können.

Im Raum steht ein Abbau von knapp 50 Stellen im Werk. Als Redner sprachen Hüseyin Aydin vom IG Metall-Vorstand als Outokumpu-Konzernbetreuer, Fabian Ferber von der IG Metall Märkische Kreis, der örtliche Betriebsratsvorsitzende Siegfried Kwapich, der Dillenburger Konzernbetriebsratsvorsitzende Ralf Heppenstiel sowie der heimische Landtagsabgeordnete Gordan Dudas.

Personalabbau nur sozialverträglich

Aydin und Ferber hoben die Bedeutung der deutschen Stahlindustrie für die gesamte industrielle Wertschöpfung hervor. Sie richteten einen dringenden Appell an die Politik, die Stahlindustrie zu schützen. Auch an die Unternehmensführung richteten sie klare Worte. „Wir reden hier über die Zukunft von Menschen und Familien, nicht von Kostenfaktoren“, so Fabian Ferber. „Es hat in der Stahlindustrie Tradition, dass Mitbestimmung groß geschrieben wird. Wir verhandeln auf Augenhöhe. Deswegen müssen betriebsbedingte Kündigungen vom Tisch.“ Hüseyin Aydin sprach von einer „roten Linie“, die bei der Vorbereitung von betriebsbedingten Kündigungen überschritten werden: „Betriebsbedingte Kündigungen sind mit uns nicht zu machen. Wir müssen in den Verhandlungen klarmachen, dass auch ein Personalabbau nur sozialverträglich gestaltet werden kann, in dem man zum Beispiel rentennahen Beschäftigten eine Brücke in die Rente baut. Niemand darf in ein Loch fallen! Und gleichzeitig müssen wir Perspektiven für junge Menschen schaffen, die auch in der Zukunft hier ihre Ausbildung anfangen wollen.“ Aydin kündigte an, dass weitere Aktionen folgen könnten, wenn betriebsbedingte Kündigungen durch den Konzern nicht ausgeschlossen würden.

“Wir halten zusammen”

Siegfried Kwapich berichtete aus den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über die Zukunft. Er setze darauf, dass der Arbeitgeber der sozialen Verantwortung nachkomme und betriebsbedingte Kündigungen ausschließe. Konzernbetriebsratsvorsitzender Ralf Heppenstiel reiste eigens aus Dillenburg an, um der Belegschaft in Dahlerbrück Mut zu machen: „Als wir gehört haben, dass für Dahlerbrück betriebsbedingte Kündigungen im Raum stehen, war für mich klar, dass ich hierhin kommen muss. Wir halten zusammen!“

Land soll sich stärker engagieren

Landtagsabgeordneter Gordan Dudas kündigte an, die Vorgänge in Dahlerbrück auch in Düsseldorf zum Thema zu machen. Er werde den Arbeitsminister anschreiben und auffordern, die Belegschaft in Dahlerbrück zu besuchen. Er versprach, in Kürze mit dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty, erneut nach Dahlerbrück zu kommen. Inhaltlich forderte er von der Landesregierung ein stärkeres Engagement, um die heimische Stahlindustrie zu schützen.

 

 

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