Die IG Metall will wissen, wie es um die Arbeitsbedingungen im Homeoffice bestellt ist. Foto: Vinzent Weinbeer/pixabay.com

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die Corona-Pandemie wirkte wie ein Turbo für das Thema mobiles Arbeiten und Homeoffice. In vielen Betrieben wurden Möglichkeiten, von zuhause aus zu arbeiten, geschaffen. Die Angestellten-Arbeitsgemeinschaft der IG Metall Märkischer Kreis hat nun eine Angestellten-Umfrage zum Thema „Homeoffice muss fair“ ins Netz gestellt.

„Wir wollen aus der Umfrage Erkenntnisse gewinnen, um Standards im Homeoffice für die Zeit nach der Pandemie zu setzen“, erklärt Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis. „Es ist gut, dass viele Betriebe die Möglichkeit zur mobilen Arbeit geschaffen haben. Leider gibt es immer noch Betriebe, in denen das trotz Homeoffice-Pflicht nicht richtig möglich gemacht wird. Das ist in Zeiten der Pandemie das falsche Signal. Und für die Zeit nach der Pandemie ist es eine Absage dieser Arbeitgeber an modernes Arbeiten. Wir wissen, dass im Märkischen viele Arbeitsplätze in der Industrie nicht für das Homeoffice geeignet sind. Dort, wo Homeoffice möglich ist, sollte es aber auch möglich gemacht werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird für Beschäftigte immer wichtiger.“

“Arbeit am Küchentisch darf nicht der Standard sein.”

Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis und zuständig für die Angestellten-Arbeit der heimischen Metallerinnen und Metaller, ergänzt: „Die Pandemie hat zu schnellem Handeln gezwungen. Deswegen reden wir auch in den meisten Fällen nur von mobilem Arbeiten und nicht von Homeoffice. Zum echten Homeoffice gehört ein ordentlicher Arbeitsplatz und Arbeitsschutz. Zurzeit arbeiten noch zu viele Menschen am Küchentisch oder im Wäschezimmer. Vielfach wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Das darf aber kein Standard sein. Wir erhoffen uns deswegen aus den Ergebnissen der Umfrage ein gutes Fundament, um gute Standards für das Homeoffice durchsetzen zu können.“

Jede Stimme hat Gewicht

Für Betriebsrat Jacob Riemekasten, der als Entwickler bei einem großen heimischen Automobilzulieferer tätig ist und in der Angestellten-Arbeitsgemeinschaft der IG Metall aktiv mitarbeitet, hat diese Umfrage Modellcharakter: „Die Digitalisierung macht es Gewerkschaften und Betriebsräten einfacher, das Ohr nah an den Belegschaften zu haben. Wir zeigen damit, dass jede Stimme Gewicht hat. Die Umfrage ist so gestaltet, dass sie auf die Betriebe im Märkischen Kreis heruntergebrochen werden kann. Damit kann die IG Metall sich für neue Homeoffice-Standards in der gesamten Branche einsetzen und wir können als Betriebsräte mit dem Arbeitgeber über konkrete Verbesserungen im Betrieb verhandeln. Das ist moderne Demokratie. Jede Stimme hat Gewicht. Die Beschäftigten werden echt beteiligt.“

Auch Nicht-Mitglieder aufgerufen

Ausdrücklich ruft die IG Metall auch Nicht-Mitglieder zur Teilnahme an der Umfrage auf. Sie ist abrufbar unter der Internetadresse umfrage.igmetall-mk.de. Die Angestellten-Arbeitsgemeinschaft möchte auch zu anderen Themen digitale Umfragen organisieren, um die Arbeitswelt von morgen zu gestalten. Interessierte, die an der Auswertung der Umfrage und weiteren Schritten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Angestelltenbereich mitarbeiten möchten, können sich per Mail an die IG Metall unter fabian.ferber@igmetall.de wenden.

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