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Die IG Metall im Märkischen Kreis freut sich über kräftigen Mitgliederzuwachs. Foto: IG Metall

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die IG Metall Märkischer Kreis ist im Jahr 2018 erneut gewachsen. Mit 1.649 Beitritten verzeichnet die Gewerkschaft für das vergangene Jahr einen neuen Rekord. Bereinigt um Sterbefälle, Austritte und Streichungen ist die Zahl der Mitglieder um über 400 gestiegen. Mit rund 23.000 Mitgliedern bleibt die IG Metall mit Abstand die mitgliederstärkste Gewerkschaft im Märkischen Kreis.

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Gerhardt: “Ehrliches Zeugnis unserer Arbeit”

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte im Märkischen Kreis, freut sich über dieses Ergebnis: „Die Mitgliederentwicklung ist das ehrlichste Zeugnis über unsere Arbeit. Wir stellen fest, dass wir mehr Mitglieder sind als im letzten Jahr. Und trotz der zahlreichen Baustellen, mit denen auch der Verlust von Arbeitsplätzen verbunden war, haben wir mit 15.300 Kolleginnen und Kollegen knapp 400 Menschen mehr als im letzten Jahr in unserer Mitgliedschaft, die auch im Betrieb arbeiten. Ebenfalls freuen wir uns über einen kräftigen Zuwachs bei den Angestellten. Außerdem arbeiten wir daran, dass die IG Metall eine Gewerkschaft aller Altersklassen bleibt. Deswegen freuen wir uns, dass die Beitrittszahlen im Bereich der Auszubildenden auch erneut gestiegen sind.“

Arbeitszeiten, die zum Leben passen

Einen Beitrag hierzu habe auch der letztjährige Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie geleistet. Neben einer Lohnerhöhung in Höhe von 4,3 Prozent konnten die Metaller weitere Sonderzahlungen und den Einstieg in flexiblere Arbeitszeiten durchsetzen. So können Beschäftigte, die in Schichtarbeit beschäftigt sind beziehungsweise Kinder oder zu pflegende Angehörige haben, zwischen der Auszahlung Sonderzahlung oder acht freien Tagen auswählen. „Wir wollen Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Das war der Auftrag unserer Mitglieder in der letzten Tarifrunde. Dass wir mit diesem Abschluss den Wunsch vieler Beschäftigter getroffen haben, zeigt die Entwicklung in den Betrieben“, weiß Gerhardt zu berichten. Die Zahl der Anträge für freie Tage liege deutlich höher als erwartet.



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Über 200 betreute Betriebe

Ein weiteres wichtiges Standbein für die märkische IG Metall ist die betriebliche Arbeit. Im letzten Frühjahr standen turnusmäßig Betriebsratswahlen auf der Tagesordnung, im Herbst folgten die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Mit über 200 betreuten Betrieben nimmt die IG Metall im Märkischen Kreis eine Spitzenposition im Bundesgebiet ein. Zur Betriebsbetreuung gehört unter anderem die Schulung und Beratung von Betriebsräten, aber zum Beispiel auch die Verhandlung von Haustarifverträgen und Sozialplänen.

In einigen Unternehmen erstmals Betriebsräte

„Hier erleben wir die ganze Bandbreite der heimischen Industrie“, stellt Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall, fest. „Und aufgrund dieser Bandbreite können wir nicht einfach nach dem ‚Schema F’ verfahren. Unser Ziel ist es, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.“ Mit Erfolg: In einigen Betrieben im Kreisgebiet wurden erstmalig Betriebsräte gegründet oder Tarifverträge vereinbart.

“Wollen wir den Wandel andere machen lassen?”

Im Jahr 2019 wollen Gerhardt und Kasubke die erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Dabei wollen sie die IG Metall weiter in den Betrieben verankern. Dennoch werden sie auch von gemischten Gefühlen begleitet. So wird im Frühjahr der US-Konzern DURA sein Werk in Plettenberg schließen. Und die vielerorts diskutierte Transformation von Arbeit und Wirtschaft stellt die Gewerkschaft vor neue Aufgaben. Gerhardt: „Wir stehen vor der Wahl: Wollen wir den Wandel andere machen lassen? Dann werden Personalplanung und Belegschaftsinteressen nicht mehr als Zahlenwerk sein. Wer den Wandel gestalten will, muss Weiterbildung und Perspektiven für die Belegschaften organisieren. Das können wir am besten mit gut gerüsteten Betriebsräten und einer IG Metall, die auch für die Zukunft der Arbeit in unserer Region gute Tarifverträge entwickeln wird.“

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