Torsten Kasubke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, begräßt den Taifabschluss. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die IG Metall Märkischer Kreis begrüßt den in der Nacht in Nordrhein-Westfalen vereinbarten Pilotabschluss zwischen IG Metall und Arbeitgeberseite für die Metall- und Elektroindustrie. „Es hat sich gelohnt, zu kämpfen“, bewertet Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, die Vereinbarung. „Die Beschäftigten haben auch in der Corona-Pandemie gezeigt, dass sie einen neuen Tarifvertrag als Wertschätzung für die harten Umstände der letzten Monate verdient haben. Mit Autokinos, kreativen Aktionen vor Ort und einer breiten Beteiligung im Netz haben wir gezeigt, dass wir auch in diesen Zeiten erfolgreich für die gemeinsame Sache kämpfen können.“

500 Euro Corona-Prämie

IG Metall und Arbeitgeberverband haben für Nordrhein-Westfalen beschlossen, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro (Brutto gleich Netto) erhalten sollen. Die vereinbarte Erhöhung der Monatsentgelte um 2,3 Prozent wird zunächst bis Februar 2022 angespart und dann als „Transformationsgeld“ ausgezahlt. Ab Februar 2023 wird diese Sonderzahlung bei 27,6 Prozent eines Monatsentgelts liegen und ist „tarifdynamisch“. Das heißt: Das „Transformationsgeld“ erhöht sich automatisch mit jeder Tariferhöhung in den Folgejahren. „Diese zusätzliche Sonderzahlung sorgt dafür, dass wir damit bei knapp 14 Monatsgehältern in der Metall- und Elektroindustrie liegen“, erklärt Torsten Kasubke.

Transformationsprozess in der Industrie

Außerdem erleichtert der neue Tarifvertrag der Gewerkschaft, aktiver bei Veränderungsprozessen einzugreifen. „Wir wollen mit Zukunftstarifverträgen Investitionen, Beschäftigung und Zukunft für die Betriebe sichern, bevor die Krise eintritt. Oft kommen die Unternehmen erst zu uns, wenn nur noch harte Einschnitte helfen. Wir wissen, dass die heimische Industrie sich in einem großen Transformationsprozess befindet. Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, zum Beispiel mit vorausschauenden Zukunftstarifverträgen diesen Prozess zu begleiten“, so Kasubke.

Arbeitszeitverkürzung zur Beschäftigungssicherung

Ebenfalls vereinbart wurden neue Regelungen zur Arbeitszeitverkürzung. Betriebe, die sich großen Veränderungsprozessen – Stichwort: Transformation, E-Mobilität und Digitalisierung – stellen müssen, können künftig umfangreicher die Arbeitszeit verkürzen. „Damit sichern wir Beschäftigung, weil das geringer werdende Arbeitsvolumen nicht durch Entlassungen kompensiert wird, sondern durch eine Arbeitszeitverkürzung für alle. Hier ist eine Vier-Tage-Woche möglich. Um eine Kürzung bei den Monatsentgelten zu vermeiden, kann zum Beispiel das neu ausgehandelte ‚Transformationsgeld‘ genutzt werden. Das ist ein echtes Pfund. Es sichert Einkommen und rettet Arbeitsplätze“, rechnet Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, vor.

Gemeinsame Ziele zur Ausbildung

Darüber hinaus wurden auch gemeinsame Ziele zur Ausbildung vereinbart. So sollen Auszubildende im Verbundstudium – also der Kombination von klassischer Berufsausbildung und einem Studium – künftig auch einen Anspruch auf Übernahme haben. Insgesamt soll die Ausbildung gestärkt werden. „Daran werden wir die Unternehmen vor Ort messen. Nach einem Rückgang von etwa einem Fünftel im letzten Jahr muss in diesem Jahr wieder ein Plus an Ausbildungsplätzen im Märkischen Kreis verzeichnet werden. Das beste Rezept gegen den Fachkräftemangel bleibt die Berufsausbildung“, stellt Ferber fest.

Die Laufzeit des neuen Tarifabschluss beträgt 21 Monate. Der NRW-Pilotabschluss soll auch in den übrigen Bezirken übernommen werden.

 

 

 

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