Ende Oktober beteiligten sich die Metaller aus der Region an den bundesweiten Kundgebungen unter dem Motto "Faiwandeln". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. 900 neue Mitglieder konnte die IG Metall Märkischer Kreis aus den heimischen Betrieben in ihren Reihen begrüßen. Darunter befinden sich 180 Auszubildende, die zum Berufsstart ihren Weg in die Gewerkschaft gefunden haben. Die Gesamtmitgliederzahl hat sich aufgrund eines Überhangs aus Sterbefällen und Streichungen auf 21.900 reduziert.

Insgesamt zieht die märkische IG Metall eine positive Bilanz. „Auch im zweiten Corona-Jahr haben uns aufgrund des langen Lockdowns im ersten Halbjahr und danach viele Anlässe gefehlt, mit den Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten“, berichtet der Erste Bevollmächtigte Torsten Kasubke.

„Betriebsversammlungen wurden online durchgeführt oder haben vielfach auch gar nicht stattgefunden. Trotzdem haben wir es geschafft, viele Hundert Beschäftigte im Märkischen Kreis von einer Mitgliedschaft zu überzeugen.“ Dies sei gelungen, weil man unter anderem neue Wege im Bereich der digitalen Beteiligungsformate gegangen sei.

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Aktionsfähig trotz Corona

Besonders freut sich Kasubke darüber, dass die IG Metall im Märkischen Kreis über das ganze Jahr hinweg aktionsfähig gewesen sei. „Ich erinnere mich an zwei Autokino-Warnstreikaktionen in Lüdenscheid und Hemer, die zu den größten bundesweit gehört haben. Außerdem ist es uns gelungen, in Betrieben wie dem Sundwiger Messingwerk die Beschäftigten vor der Tarifflucht zu schützen. Wir haben an vielen Stellen für den Tarifvertrag gekämpft und haben dabei Erfolg gehabt.“ Auch die Durchsetzung des Transformationsgelds in der letztjährigen Metall- und Elektrotarifrunde sei ein bedeutender Erfolg für die Region gewesen. Das Transformationsgeld wird im Februar erstmalig als neue Sonderzahlung in der Metall- und Elektroindustrie ausgezahlt.

Nächste Tarifrunde im Herbst

Auch der Ausblick ins Jahr 2022 stimmt die heimische IG Metall optimistisch. Kasubke: „Wir begleiten in über 200 Betrieben des Kreises Kolleginnen und Kollegen dabei, die Betriebsratswahlen durchzuführen. Betriebsräte geben den Beschäftigten ein großes Maß an Möglichkeiten, ihre Situation im Betrieb mitzubestimmen. Deswegen sind Betriebsratswahlen immer auch ein Fest der Demokratie.“ Im Herbst findet die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie statt. „Hier ist die Marschrichtung klar. Die Lebenshaltungskosten steigen, aus vielen Betrieben wird uns über eine gute Auftragslage berichtet. Wir werden im Herbst unsere Forderung nach einer spürbaren Entgelterhöhung klar zum Ausdruck bringen“, kündigt Torsten Kasubke an.

Transformation eine große Herausforderung

Als große Herausforderung im neuen Jahr bleibt die Transformation der Wirtschaft. „Insbesondere der Märkische Kreis ist betroffen“, berichtet Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall. „Digitalisierung, Globalisierung, Elektromobilität und die notwendige Reduzierung von Schadstoffemissionen sind nicht nur große Oberthemen aus den Nachrichten. Sie lösen nicht nur bei den Automobilzulieferern große Veränderungen aus. Wir müssen alles dafür tun, dass wir in unserer Region auch künftig gute Arbeitsplätze in der Industrie haben, die den hier lebenden Familien einen guten Lebensstandard garantieren. Wir werden uns mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben in die strukturpolitische Debatte einmischen. Dafür beteiligen wir uns an einem neuen Netzwerk für die Region Südwestfalen und sind auf verschiedenen Ebenen unterwegs. Im Bereich der Schmiedeindustrie wollen wir uns zum Beispiel besser vernetzen und betriebsübergreifende Initiativen für zukunftsfähige Arbeitsplätze starten.“

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