Am 8. März ist Weltfrauentag. Foto: pixabay.com

Lüdenscheid/Iserlohn/Plettenberg/Halver. Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März hat die IG Metall Politik und Wirtschaft aufgefordert, weitere Impulse für eine Gleichstellung von Frauen und Männern zu setzen. „Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich immer noch 21 Prozent weniger als Männer. In kaum einem anderen Land der Europäischen Union ist die Entgeltlücke so groß“, sagte Ulrike Schäfer, Vorsitzende des Ortsfrauenausschuss der IG Metall im Märkischen Kreis. Ein Schritt in die richtige Richtung sei das Entgelttransparenzgesetz, um Benachteiligungen beim Entgelt aufzudecken und abzubauen. Seit Anfang des Jahres gilt in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten ein individueller Auskunftsanspruch.

Schritt zu mehr Entgeltgerechtigkeit

Ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Entgeltgerechtigkeit, gleichen Entwicklungschancen und Vereinbarkeit von Beruf und Leben sei der aktuelle Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie. „Ab 2019 haben Beschäftigte das Recht ihre Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für längstens 24 Monate zu reduzieren. Im Anschluss können sie wieder in Vollzeit arbeiten. Der Tarifvertrag schützt gerade Frauen vor der Teilzeitfalle“, betonte Dinah Trompeter, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall. Zudem können Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie, die sich um Kinder kümmern oder Angehörige pflegen wollen, einen Teil ihres Entgelts in mehr Urlaubstage ummünzen. Das Tarifergebnis bietet mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit. „Viele junge Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Das kam in unserer Beschäftigtenbefragung klar zum Ausdruck. Die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau hat sich verändert“, sagt die Gewerkschaftssekretärin.

Viele Frauen in der Teilzeitfalle

Gesetzlich sei das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit noch immer nicht verankert. „Viele Frauen hängen in der Teilzeitfalle und ihre Karrierechancen leiden viel zu oft darunter. Das muss sich dringend ändern, um ungerechte Auswirkungen wie schlechtere Aufstiegswege, niedrigere Einkommen und weniger Rente zu bekämpfen“, sagte Ulrike Schäfer. Die IG Metall setze sich deshalb weiter für ein verbindliches Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit ein. Sie forderte die Politik auf, „das Gesetz für befristete Teilzeit endlich zu beschließen. Schließlich steht dieses Ziel nun zum zweiten Mal im Koalitionsvertrag von Union und SPD.“

Rosen zum 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts

Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Kampf für Gleichstellung ist das Wahlrecht für Frauen. Vor 100 Jahren erhielten die Frauen in Deutschland das Recht, zu wählen und sich selbst wählen zu lassen. Um den Weltfrauentag und das Frauenwahlrecht zu feiern verteilt der Ortsfrauenausschuss am 8.März Rosen an Frauen in den Innenstädten von Iserlohn, Lüdenscheid und Plettenberg.

In Halver gibt es dieses Jahr eine besondere Aktion. Gewerkschafter verteilen Rosen an Frauen, die bei der Werner Turck GmbH beschäftigt sind.

Aber mit Blick auf die erste Betriebsratswahl in der Unternehmensgeschichte riefen die Gewerkschafter nicht nur die Frauen dazu auf, die Betriebsratswahl zu unterstützen.

 

 

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