TEILEN
Gudrun Gerhardt, 1. Bevollmächtigte der IG Metall. Foto: IGM

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Immer mehr Betriebe im Märkischen Kreis führen Kurzarbeit ein. „Dass die Automobilzulieferer in unserer Region Kurzarbeit anmelden nach der Ankündigung der Autohersteller, ihre Werke zu schließen, war zu erwarten“, erklären die Bevollmächtigten der IG Metall Märkischer Kreis, Gudrun Gerhardt und Torsten Kasubke. Die Situation in der Automobilindustrie sei allerdings nicht der einzige Grund für Kurzarbeit. In manchen Betrieben sei beispielsweise die Auftragslage gut, allerdings fehle Vormaterial, das aufgrund der Corona-Pandemie aus China oder Italien nicht geliefert werden könne.

“Betriebe lassen Beschäftigte im regen stehen”

Unterschiedlich bewerten die Gewerkschafter die Rettungsmaßnahmen der Politik: „Dass der Staat nun Garantien gibt und beschäftigungspolitische Maßnahmen beschließt, ist gut. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen können sich auf diese Unterstützung verlassen.“ Gudrun Gerhardt hätte sich gewünscht, dass die Unternehmen diese Unterstützung in Form der Aufstockung des Kurzarbeitergelds an die Beschäftigten teilweise weitergeben würden: „Viele Betriebe lassen ihre Beschäftigten dort aber im Regen stehen. Die Bundesregierung hätte die Aufstockung zur Pflicht machen müssen, immerhin übernimmt sie einen erheblichen Teil der Sozialabgaben.“

Anzeige

Probleme in den unteren Entgeltgruppen

Das hätte insbesondere Menschen in den unteren Entgeltgruppen geholfen. So rechnet Torsten Kasubke vor, „dass einem Beschäftigten mehr als 1000  Euro netto monatlich fehlen könnten. Damit dann eine Familie zu ernähren, das wird schwierig. Leider sind Teile der Bundesregierung, insbesondere der Wirtschaftsminister, eingeknickt.“ Die Konsequenz sei, dass im Märkischen Kreis fast jeder Betrieb Kurzarbeit anmelde und keine Aufstockungsbeträge zahle.

“Erleben, dass man mit Solidarität besser lebt”

Für die märkischen Metaller gibt es in diesen schwierigen Zeiten auch Lichtblicke. „Was wir vielerorts – abgesehen von Hamsterkäufen – erleben, ist Solidarität. Wenn Nachbarn sich wieder helfen, junge Menschen für alte oder kranke Mitmenschen einkaufen gehen und Initiativen zum Zusammenhalt ins Leben gerufen werden, ist das etwas, was wir dringend mitnehmen müssen, wenn wir den ‚Corona-Modus‘ verlassen“, bekräftigt Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis. „Wir erleben wieder einmal, dass man mit Solidarität besser lebt – im Betrieb, in der Nachbarschaft und in der Gesellschaft allgemein.“

IGM-Büros sind geöffnet

Weil immer mehr heimische Betriebe aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeit beschließen, glühen bei der IG Metall Märkischer Kreis die Drähte. Deswegen arbeiten Gewerkschaftssekretäre und Verwaltungskräfte der Gewerkschaft wie gewohnt weiter. Das Büro in Lüdenscheid ist von Montag bis Freitag geöffnet, in Iserlohn ist die IG Metall dienstags, mittwochs und freitags zu erreichen. „Unsere Beschäftigten sind in unseren Büros und im Home Office im vollen Einsatz für unsere Mitglieder“, weiß Torsten Kasubke zu berichten.

 

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here