Fabian Ferber, 2. Bevollmächtigter der IG Metall, sagt: "Solidarität gwinnt." Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die IG Metall Märkischer Kreis begrüßt den in Baden-Württemberg vereinbarten Pilot-Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie. Bis Februar 2023 und Februar 2024 müssen die Arbeitgeber je 1500 Euro steuerfreie Inflationsprämie zahlen. Für Juni 2023 ist eine Entgelterhöhung in Höhe von 5,2 Prozent vorgesehen, im Mai 2024 folgen weitere 3,3 Prozent.

Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, hält fest: „Mit diesem Abschluss können wir gut leben. Wir haben eine dauerhafte Erhöhung der Monatsgehälter um 8,5 Prozent. Innerhalb der zweijährigen Laufzeit haben wir zusätzlich die Netto-Einmalzahlungen. Sie sind eine gute soziale Komponente, weil sie für alle Entgeltgruppen gleichermaßen gelten und so insbesondere die unteren Entgeltgruppen überproportional stärken. Damit stärken wir die Konjunktur und helfen den Beschäftigten ganz konkret, die kriegs- und krisenbedingten Lebenshaltungskosten zu stemmen. Natürlich hätten wir uns zum Beispiel eine kürzere Laufzeit gewünscht. Es bleibt dennoch festzuhalten: Rechnen wir die Einmalzahlungen und die Erhöhungen der Monatsentgelte zusammen, erhalten Facharbeiter in ihrer Einstiegs-Entgeltgruppe umgerechnet für die kommenden Jahre weit mehr als Prozent mehr Geld als vor diesem Tarifabschluss. Das ist alles nicht vom Himmel gefallen. Wir haben hierfür intensive Warnstreiks führen müssen. Angesichts der aktuellen Lage war dies schon eine Zumutung der Arbeitgeber.“

Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, ergänzt: „Solidarität gewinnt. Wir haben auch vor Ort in zwei intensiven Warnstreik-Wellen gezeigt, dass wir vor Ort eine bedeutende politische Kraft sind. Insgesamt haben bei uns in der Region über 5.000 Menschen ihre Arbeit niedergelegt und damit gezeigt. Wenn man sich überlegt, dass die Arbeitgeber sogar das Weihnachtsgeld kürzen wollten, haben wir eine Menge erreicht. Nun sind die Unternehmen gefragt, innerhalb der nächsten zwei Jahre Arbeitsplätze und die Zukunftsfähigkeit der heimischen Industrie abzusichern. Auch wenn die Tarifverhandlungen abgeschlossen sind, wird das ein gemeinsames Thema bleiben. Wir werden hier mit den 200 Betriebsräten dafür sorgen, dass unsere Industrieregion die Transformation schaffen wird – aber auch da müssen sich viele Arbeitgeber eben noch bewegen.“

Anzeige