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Sandra Manß, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates und Initiatorin der Mahnwache, legte für jedes der Opfer eine Rose nieder. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Hochemotionale Minuten auf dem Rathausplatz: „Ferhat, Gökan, Hamza, Said, Mercedes . . .“  –  zu den Klängen von „Amazing Grace“, einem der populärsten Kirchenlieder der Welt, verliest Sandra Maß die Vornamen der Opfer des Anschlags von Hanau. Dazu legt die stellvertretende Vorsitzende des Integrationsbeirates der Stadt Lüdenscheid und Initiatorin der Veranstaltung je eine Rose zum Gedenken der Opfer dieses unmenschlichen Terroraktes nieder.

“Nicht hier, um Hass zu verbreiten”

Hunderte Menschen folgten der Einladung zur Mahnwache auf dem Rathausplatz. Foto: Wolfgang Teipel

Mehrere Hundert Menschen nahmen am späten Freitagnachmittag an der Mahnwache teil, zu der der Integrationsbeirat aufgerufen hatte. Sie schweigen. „Wir sind nicht hier, um Hass zu verbreiten“, sagte Sandra Manß. „Heute geht es um Trauer.“ Politisches Geplänkel habe bei einer solchen Veranstaltung nichts verloren.

Menschen aus allen Kreisen der Lüdenscheider Bevölkerung

So vereinten sich auf dem Rathausplatz Mitglieder aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen, Mitarbeiter der Verwaltung sowie Vertreter zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen und Institutionen und Menschen aus allen Kreisen der Lüdenscheider Bevölkerung in gemeinsamer Trauer.

“Lüdenscheid stellt sich quer – nie wieder Fachismus”: Dieses Transparent hatten Vertreter der Friedensgruppe mitgebracht. Foto: Wolfgang Teipel

„Heute ist der Tag, an dem wir uns Gehör verschaffen müssen gegen jeglichen Terror“, sagte Sandra Manß. Sie forderte alle Politiker und alle Bürger auf, sich zusammen für ein lebenswertes Deutschland überparteilich einzusetzen.“

Güner Cebir wies auf die rechtsradikale und von Verschwörungstheorien durchsetzte Haltung des Attentäters hin. Foto: Wolfgang Teipel

Wenig später wies Güner Cebir, SPD-Ratsherr und Mitglied des Integrationsbeirates, in seiner Ansprache auf die mutmaßlich rechtsradikale, von Verschwörungstheorien durchsetzte Gesinnung, des Täters hin. Er forderte Solidarität mit den Opfern und Hinterbliebenen und entschiedenes Eintreten gegen Rassismus.

“Es müssen Taten folgen”

Hella Goldbach, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, ergriff ebenfalls das Wort und forderte einen konsequenten Kampf gegen jegliche Art von Rechtsradikalismus und Rassismus. Dabei erwähnte sie auch die Anschläge auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und auf die Synagoge in Halle. Ihr Fazit: „Es darf nicht immer nur geredet werden, sondern es müssen auch Taten folgen.“

 

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