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Der ambulante Hospizdienst der Johanniter verzeichnet eine konstant hohe Nachfrage und sucht weitere Ehrenamtliche. Foto: pixabay

Südwestfalen/Lüdenscheid. „Wir wollen keinen Menschen im Stich lassen“, betont Bettina Wichmann, Leiterin des Ambulanten Johanniter-Hospizdienstes sowie des Kinder- und Jugendhospizdienstes „Kleine Raupe“ der Johanniter in Südwestfalen. Derzeit verzeichnet der Hospizdienst eine große Nachfrage bei der Begleitung sterbender Menschen und Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern. Alleine in diesem Quartal gab es dazu 20 Anfragen aus Südwestfalen. „Ihnen kommen wir gerne nach und stehen den Menschen zur Seite bei Gesprächen, mit Zeit für ihre Wünsche und Bedürfnisse, mit Beratung, Sitzwachen oder einer Entlastung der Angehörigen“, sagt Bettina Wichmann.

Gesucht: Migrationshintergrund und Sprachkenntnisse

Dafür bilden die Johanniter ab 15. Oktober 2020 in Lüdenscheid wieder interessierte Menschen aus. Der Kurs für die angehenden Ehrenamtlichen findet in der Johanniter-Geschäftsstelle an der Alsenstraße 1 jeweils donnerstags von 11 bis 14.15 Uhr statt, zudem gibt es zwei Termine an Samstagen von 10 bis 16 Uhr. „Wir freuen uns vor allem über Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Migrationshintergrund und Sprachkenntnissen“, erklärt Bettina Wichmann. Denn derzeit gebe es viele Anfragen aus Familien, in denen unter anderem polnisch, griechisch oder russisch gesprochen werde.

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Die Hospizdienst-Leiterin freut sich außerdem über Männer, die diesen Dienst bei den Johannitern leisten wollen: „In Iserlohn nehmen an unserem aktuellen Lehrgang derzeit zwei Herren teil, weil sie sich gerne sozial engagieren möchten“, erzählt sie. Auch bei der Begleitung sterbender Männer sei dies unter anderem eine Bereicherung.

Der Lehrgang ist für die Teilnehmenden kostenfrei, und wie auch bei den Begleitungen ist er unabhängig von Konfession, Nationalität und Religion. Der Kurs in Lüdenscheid wird in zwei Abschnitten durchgeführt: Im Dezember gibt es eine Pause, der zweite Teil beginnt Mitte Januar und endet einen Monat später mit der Übergabe der Zertifikate.

Der Dienst sowie die Ausbildung finden unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen statt. „Wir begleiten die Menschen mit dem vorgegebenen Abstand von mindestens eineinhalb Metern, in Kliniken und Senioreneinrichtungen sind wir außerdem angehalten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen“, erklärt Bettina Wichmann. Beim Lehrgang werden die Tische in dem Raum mit den zwei Türen mithilfe eines Zollstocks jeweils eineinhalb Meter voneinander entfernt ausgerichtet, der Standort der Stühle mit Klebeband markiert (unter Berücksichtigung der aktuellen Hygienevorgaben und Einhaltung des Abstands wir die Ausbildung mit max. 10 Teilnehmenden möglich).

Der Kurs vermittelt den Teilnehmenden unter anderem fundierte Grundlagen der Kommunikation mit Sterbenden und Schwerstkranken, er beschäftigt sich mit juristischen, ethischen oder spirituellen Fragen und vermittelt Kenntnisse über Kinderkrankheiten, Eigenschutz und therapeutische Methoden wie Basale Stimulation oder Aromatherapie. Auch das Aufarbeiten persönlicher Erfahrungen mit Tod und Trauer gehört zum Lehrgang.

Wer sich für eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizdienst-Mitarbeitenden interessiert, wendet sich gerne an Leiterin Bettina Wichmann unter Tel. 02371 9393-16 oder per Mail an bettina.wichmann@johanniter.de.

Hintergrund: Für die Teilnehmenden ist die Ausbildung kostenfrei, daher freuen sich die Johanniter über Spenden an ihren Dienst unter dem Stichwort „Hospizarbeit“ bei der Bank für Sozialwirt-schaft, IBAN DE 69 370 205 00000 4317718, BIC BFSWDE33XXX. Dank der Spenden und der Beiträge der Johanniter-Fördermitglieder sind ebenso die Supervision für die Mitarbeitenden sowie Unternehmungen mit den Familien und ihren.

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