Foto: Komplett-Magazin

Plettenberg. Der Journalist Horst Hassel ist am Sonntag (21. Februar) verstorben. Er wurde 70 Jahre alt. Als Mensch wird er seiner Familie, seinen Freunden, Kolleginnen und Kollegen fehlen. Als Lokalreporter, Heimatforscher und Archivar hinterlässt er eine klaffende Lücke in Plettenberg.

Noch am Tag vor seinem Tod war der leidenschaftliche Journalist mit Kamera und Notizblock im Einsatz für die von ihm gegründete und betriebene lokale Onlinezeitung „Plettenberger Stadtgespräch“. Der Lokaljournalismus war seine Berufung, der er auch nach dem Eintritt in Ruhestand im Jahr 2007 folgte. Akribisch recherchierte Horst Hassel auch unbequeme Themen und legte mit seinen Kommentaren auch schon mal den Finger in die Wunden von Behörden und Institutionen vor Ort.

Über sein Faible für den Rallyesport knüpfte Horst Hassel in jungen Jahren seine ersten Kontakte zur Presse. Typisches Merkmal: Auf Hassels Bildern lupften die NSU TT und Konsorten immer gerade das Hinterrad. Beim Süderländer Tageblatt stieg Horst Hassel bis zum Redaktionsleiter auf. Anfang der 1990er Jahre wechselte er zur Westfälischen Rundschau (WR), arbeitete zunächst in der Lokalredaktion Warstein, um dann nach Plettenberg zurückzukehren.

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Als Anfang 2013 die Funke Mediengruppe die WR-Redaktion auflöste, verstärkte der Unruheständler Horst Hassel sein lokaljournalistisches Engagement enorm. Mit der lokalen Onlinezeitung „Plettenberger Stadtgespräch“ erfüllte er das Bedürfnis vieler Plettenberger und Herscheider nach einer zweiten Meinung und sorgte so für Medienvielfalt. Unter der Domain www.plettenberg-lexikon.de hatte er über viele Jahre in ungezählten Stunden ein reiches Archiv der Plettenberger Stadtgeschichte aufgebaut und unter www.herscheid.plbg.de auch eines für die Ebbegemeinde Herscheid.

Horst Hassel war Zeit seines Leben in vielen Bereichen engagiert. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks zählte er zu jenen, die mit beträchtlichem persönlichem Engagement die Russlandhilfe in Plettenberg mit aufbauten. Das mündete, nach mehreren von ihm mitbetreuten Hilfskonvois, in einem einjährigen Aufenthalt in St. Petersburg.

Immer wieder wurde Horst Hassel auch von dem Drang nach Tiefe beseelt: Er ging dann entweder tauchen oder zwängte sich mit anderen Hobbyforschern in die Höhlen und Gruben seiner Heimatstadt und deren Umgebung. Als ehrenamtlicher Grubenführer für den Heimatkreis Plettenberg zeigte er vielen interessierten Plettenberger und Besuchern der Stadt die alte Erzgrube Neu-Glück. Ein weiteres Ergebnis seiner heimatkundlichen Forschungen ist das Buch „Kein Düsenjäger aus Schwalbe 1“, das er zusammen mit dem Iserlohner Horst Klätzer verfasste.

Horst Hassels Familie schreibt auf „Plettenberger Stadtgespräch“:

Sehr geehrte/r Leser/in,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass unser geliebtes Familienmitglied Horst Hassel am 21.02.2016 unerwartet verstorben ist.

Aufgrund dessen kann diese Zeitung nicht weitergeführt werden. Trotzdem möchten wir uns in seinem Namen für die Unterstützung aller Leser bedanken.

Sollten Sie sich persönlich von ihm verabschieden wollen, fühlen Sie sich eingeladen der Trauerfeier und der Urnenbeisetzung am 26.02.2016 in der Kapelle des Friedhofs Hirtenböhl (Plettenberg) um 14:00 Uhr beizuwohnen.

Vielen Dank für die Anteilnahme
Familie Hassel

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