Home
Das Museum wird zur WG: Museumsleiter Dr. Eckhard Trox, Dr. Arnhild Scholten (Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins) Klaus Sonnabend (Kultstädte e. V.) Lichtkünstler und Kurator Tom Groll sowie Museums-Mitarbeiterin Ulrike Tütemann ziehen allerdings nicht ein. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Home, diese vier Buchstaben stehen für Heimat und eine ungewöhnliche Ausstellung in den Städtischen Museen Lüdenscheid. Für die Schau vom 16. Februar bis 15. Juni wird zeitweise eine Wohngemeinschaft in die Ausstellungsräume einziehen. Sogar der aufgegebene Club „Johnny Mauser“ wird zu neuem Leben erwachen.

Museum mal ganz anders. Home spiegelt die Kreativität, Energie und Tatkraft von rund 200 jungen Leuten, die seit August 2017 in insgesamt 18 Workshops mit Lüdenscheider Künstlern ihre besondere Sicht auf die Stadt entwickelt haben. Welch ein Projekt könnte besser zum 750. Jahrestag der Stadtwerdung Lüdenscheid passen?

Aktion von Jungen für Junge

„Vielleicht vermittelt Home den Teilnehmern und den Ausstellungsbesuchern eine besondere Verbindung zu ihrer Stadt“, sagt Dr. Arnhild Scholten, Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Lüdenscheid. „Wie könnte das besser geschehen, als bei einer Aktion von jungen Menschen für junge Menschen?“

25.000 Euro Fördergeld

Bei Home kommt einiges zusammen. Der Heimat- und Geschichtsverein ließ sich von der Idee begeistern. Ein frischer Blick auf Lüdenscheid, gestaltet von 14- bis 20-Jährigen, das passt in das Konzept des Vereins, der einen Trend weg von der Beliebigkeit der Globalisierung hin zur Konzentration auf die Wurzeln in der Region bemerkt hat. Der Antrag auf Bezuschussung des Projekts fiel in Düsseldorf auf fruchtbaren Boden. Schließlich flossen 25.000 Euro Fördermittel aus dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen nach Lüdenscheid.

Fantastische Zusammenarbeit

Das war die Initialzündung für die heimische Kunstszene. „Die Zusammenarbeit war einfach fantastisch“, schwärmt Museumsmitarbeiterin Ulrike Tütemann. Sie zählt zu den Antreibern von Home.

Zu den Workshopleitern zählten unter anderem Tlako Mokgadi, Murat Isboga und Yves Thomé. Fotos: Steffen Schulte-Lippern

„Lerne von den Besten und werde Teil von ‚Home“ – von diesem Slogan ließen sich über 200 Jugendliche und junge Erwachsene begeistern und legten los. Mit von der Partie waren Lüdenscheider Künstler und Kreative wie beispielsweise Yves Thomé, Tom Groll, Kuno Seltmann, Tlako Mokgadi, Robin Brunsmeier alias Binyo, Klaus Sonnabend, Manuela Klüttermann, Murat Isboga, Susanne Diebel, Steve Schulte-Lippern, Ingo Starink oder auch Christina Appelt.

“mindcraft” übernimmt Eventmanagement

Dazu kam das  Jugendkulturgremium „mindcraft“, das vom Verein Kultstädte e. V. betreut wird. Die zehn jungen Leute entwickelten das Rahmenprogramm. „Sie werden auch während der Ausstellungszeit alle Aktivitäten betreuen“, kündigt Klaus Sonnabend von Kultstädte e. V. an.

Im Zusammenspiel aller Akteure wurde schließlich die Idee der Wohngemeinschaft geboren. „Das Ganze war ein offenes Feld für Experimente“, berichtet Lichtkünstler und Kurator Tom Groll. „Die Ergebnisse wollten wir deshalb auch nicht in einer herkömmlichen Ausstellung präsentieren.“

“Open Stage” und DJs im Museum

Und so werden tatsächlich zeitweise Home-Teilnehmer in der Ausstellung wohnen. Eine der „Open Stage“ Sessions der Szene-Bar Lönneberga soll ins Wohnzimmer der Museums-WG gelegt werden. Dazu kommen Workshops mit DJs des „Johnny Mauser“ und viele weitere Aktionen.

Manche Zimmer der WG werden voll ausgestaltet. Andere werden angedeutet. Die Macher verlassen sich dabei auf die professionelle Unterstützung von Linus Wortmann aus dem Team der KKW-Architekten.

Darüber hinaus kooperieren die „Home“-Macher mit der Musikschule „Music Store“ und dem Poetry Slammer Marian Heuser. Er wird beim großen Finale Mitte Juni mit dem Literaturkurs der Gesamtschule das Publikum aufmischen.

“Wenn die Katze fort ist . . . “

„Wenn die Katze fort ist, tanzen die Mäuse auf den Tischen“, kündigt schon heute ein Johnny-Mauser-Werbebanner im Museum an. Ob es tatsächlich drunter und drüber gehen wird, weiß heute noch niemand. Museums-Chef Dr. Eckhard Trox wird sich aber keineswegs aus dem Staub machen, wenn die jungen Leute kommen. Er will sich ganz auf einen Beobachter-Status zurückziehen. Gleichzeitig bekräftigt er: „Ich finde es richtig, dass alle Altersgruppen unserer Stadtgesellschaft in die Aktivitäten rund ums Stadtjubiläum mit einbezogen werden. Das Ganze hat einfach einen guten Lauf.“

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