TEILEN
Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Eine Orientierung für den zukünftigen Umgang mit dem Stadtwald verschaffte sich die Plettenberger CDU am Dienstag (4. August) beim Gang durch den Hestenberg mit Förster Thomas Kroll-Bothe. Er führte den Kommunalpolitker/innen und einigen interessierten Bürger/innen die erheblichen Schäden vor Augen, die insbesondere die Fichten, die „Brotbäume des Sauerlandes“, durch den Befall von Borkenkäfern erleiden.

Förster Thomas Kroll-Bothe erklärte den CDU-Politiker/innen, wo die größten Käferschäden im Hestenberg sind. Foto: Bernhard Schlütter

Saubere Waldwirtschaft stößt an Grenze

Aufgrund der Trockenheit in den vergangenen zwei Jahren und der großen Menge der Käfer hätten die Fichten nichts mehr entgegenzusetzen. Zudem verbreite sich der Borkenkäfer rasend schnell. „Die saubere Waldwirtschaft, bei der befallene Bäume unverzüglich entfernt werden und die ansonsten das probate Mittel gegen Schädlinge war, reicht nicht mehr aus“, stellte Thomas Kroll-Bothe fest. Man komme einfach nicht mit der Geschwindigkeit der Ausbreitung mit.

Dennoch werden große Mengen Holz aus der Not heraus geschlagen, bevor sie nicht mehr zu verwerten sind. Auch bereits abgestorbene Bäume müssen entfernt werden, wenn sie zum Beispiel an Wegen stehen oder die Sicherheit von Forstarbeitern gefährden. „Holzmengen, die eigentlich für die nächsten 30 bis 40 Jahre gedacht waren, gehen jetzt in kurzer Zeit kaputt“, berichtete der Förster. Und es sei nicht nur die Fichte, sondern es seien auch andere Baumarten betroffen.

Anzeige
Foto: Bernhard Schlütter

Die durch die Borkenkäfer buchstäblich kahlgefressenen Flächen sollten vorläufig nicht mit Fichten wieder aufgeforstet werden, sondern mit gesundem Mischwald, erklärte Thomas Kroll-Bothe. Um auch zukünftig den Holzbedarf im eigenen Land decken zu können, könnte man auf Nadelhölzer wie Weißtanne und Douglasie zurückgreifen. Die verschiedenen Baumarten sollten horstartig verteilt werden, das heißt in kleinen Gruppen, damit im Falle eines Schädlingsbefalls nicht so riesige Kahlschläge entstehen, wie sie zurzeit zu sehen sind.

Buchstäblich kahlgefressen sind viele Flächen nicht nur im Hestenberg. Foto: Bernhard Schlütter

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here