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Erneut tagte der Rat in der Schützenhalle der PSG. Es ging um die Interims-Kita für Holthauser Kinder. Das Foto wurde am 23. Juni erstellt. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Stadtverwaltung soll ortsnahe Alternativen für die Betreuung von 50 Kindern aus den Kitas Holthausen suchen und dabei die betroffenen Eltern einbeziehen. So lautet der Auftrag der Politik, den sie in der Ratssitzung am Dienstag (23. Juni) erteilte. Unabhängig davon wurde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung die Dringlichkeitsentscheidung des Haupt- und Finanzausschusses über den Kauf des ehemaligen Kirchengebäudes in Oesterau für die Nutzung als Stadtarchiv bestätigt.

Mangelhafte Kommunikation

Die CDU-Fraktion hatte im Anschluss an den Jugendhilfeausschuss beantragt, dass die Verwaltung die Räumlichkeiten in der Martin-Luther-Kirche Holthausen, der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der Kindertagesstätte Junior auf ihre Eignung als Ersatzkindergarten Holthausen I prüfen solle. Außerdem bemängelten die Antragsteller Kirsten Jütte, Patrick Hansmann und Martin Seuthe die mangelhafte bzw. späte Information sowohl der Eltern als auch der Politik über die Entwicklung beim Umbau der Vier-Täler-Schule und die damit verbundene Notwendigkeit der vorübergehenden Umsiedlung der dortigen Kita Kunterbunt.

Dieser Kritik schloss sich Wolfgang Schrader für die SPD-Fraktion komplett an. Die Politik habe die Information bekommen, es seien alle Möglichkeiten in Holthausen geprüft worden und die Kita-Elternräte hätten sich mit der Lösung im Oestertal einverstanden erklärt. „Die Prüfung der Möglichkeiten muss jetzt nachgeholt werden. Dabei muss es um das Wohl der Kinder gehen, weniger um die Eltern, die womöglich einen weiteren Weg fahren müssen.“

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Bürgermeister Ulrich Schulte räumte Versäumnisse bei der Kommunikation ein und entschuldigte sich dafür. Er betonte, dass die Idee, die Übergangs-Kita in der St.-Bonifatius-Kirche einzurichten, unabhängig von ihrer Eignung als Stadtarchiv gewesen sei.

Eltern: Umzug ist eine Konzeptfrage

In der Einwohnerfragestunde am Ende des öffentlichen Sitzungsteils betonte ein Elternratsmitglied, dass keinem mehr am Wohl der Kinder liege, als den Eltern. Der Umzug in die ehemalige St.-Bonifatius-Kirche sei nicht nur eine Raum- sondern viel mehr eine Konzeptfrage. Die Eltern hätten sich bewusst für das geschlossene Konzept mit jeweils eigenem Gruppenraum in der Kita Kunterbunt entschieden. „In Bonifatius würde sich das zu einem offenen Konzept ändern. Dagegen sind wir Eltern vehement.“

Klaus Salscheider (PWG) betonte, dass das Kindeswohl an erster Stelle stehe. Finanzielle Aspekte seien nachrangig. Die Unterbringung des Stadtarchivs sei eine ganz andere Geschichte, für die aber auch eine Entscheidung getroffen werden müsse. Das Stadtarchiv muss aus brandschutztechnischen Gründen aus der ehemaligen Vier-Täler-Schule entfernt werden.

Sondersitzung des Rates am 30. Juni

Diese Entscheidung trafen die Ratsmitglieder im nichtöffentlichen Teil und bestätigten die Dringlichkeitsentscheidung des Haupt- und Finanzausschusses über den Kauf der St.-Bonifatius-Kirche. Das teilte Bürgermeister Ulrich Schulte auf Anfrage am Mittwoch (24. Juni) mit: „Der Kauf erfolgt für die spätere Nutzung als städtisches Archiv. Ausdrücklich ausgenommen wurde im Beschluss die Entscheidung, ob die Kirche vor der Nutzung als Archiv auch als Standort einer Übergangslösung für die Kindertagestätte Holthausen genutzt wird. Diese Entscheidung wird erst in der Ratssitzung am kommenden Dienstag nach Vorlage weiterer Informationen getroffen.“

Die ehemalige St.-Bonifatius-Kirche soll zukünftig als Stadtarchiv genutzt werden. Ob sie auch Interims-Kita wird, ist noch offen. Foto: Bernhard Schlütter

update am 25. Juni um 15 Uhr – Am 24. und 25. Juni finden Informationsabende mit den Eltern der beiden Kitas in Holthausen statt. Am 27. Juni besichtigen Politiker und Verwaltung die Räume in der Martin-Luther-Kirche in Holthausen und der Bonifatiuskirche in Oesterau. Am Dienstag, 30. Juni, um 17 Uhr soll in einer öffentlichen Sondersitzung des Rates, die erneut in der PSG-Schützenhalle stattfinden wird, die Entscheidung getroffen werden. Die Zeit drängt, weil die Räume zum Beginn des Kindergartenjahres im August zur Verfügung stehen müssen.

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