Spiel mir das Lied vom Tod: Der Handlungsdruck für die Lüdenscheider Innenstadt und den Einzelhandel ist enorm hoch. Foto: TACH/Archiv

Lüdenscheid. (PSL) Kürzlich informierte Prof. Dr. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein die Mitglieder des Hauptausschusses in einem Online-Vortrag über die aktuelle Situation des innerstädtischen Einzelhandels in Deutschland und nahm dabei auch direkt Bezug auf Lüdenscheid. Der Mitschnitt des Online-Vortrages ist nun auch auf der städtischen Webseite und auf dem YouTube-Kanal der Stadt für alle Interessierten verfügbar.

Kontakt über WKL

Professor Heinemann lehrt in den Bereichen BWL, Managementlehre und Handel. Zuvor war er rund 20 Jahre in leitenden Positionen im Handel tätig. Somit hat der Experte nicht nur einen wirtschaftswissenschaftlichen, sondern auch einen ganz praktischen Blick auf die Situation des Einzelhandels. Den Kontakt zu Heinemann hatte der Verein Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid (WKL) hergestellt.

Dramatische Strukturverschiebung

In seinem Vortrag zeigte Heinemann eine dramatische Strukturverschiebung vom stationären Einzelhandel auf den Online-Handel auf. Corona beschleunige diesen Prozess noch. Laut einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland befürchteten mehr als 60 Prozent der Innenstadthändler in diesem Jahr ihr Geschäft aufgeben zu müssen. Auch für Lüdenscheid drohe eine „Zerfledderung“ der Innenstadt.

Handel in der City verdichten

Wenn man weiter Einkaufsstadt bleiben wolle, müsse man den Handel in der Innenstadt verdichten und aus den Randzonen ins Zentrum bringen, so Heinemann. Darüber hinaus stellte der Experte weitere Maßnahmen vor, wie zum Beispiel weniger lokale Reglementierung, digitale Aufrüstung der Innenstädte oder lokale Selbsthilfe.

Schon im Sommer 2020 hatte der WKL e.V. in Zusammenarbeit mit dem Lüdenscheider Stadtmarketing und den politischen Gremien ein Maßnahmen-Paket auf den Weg gebracht, um die Situation des Handels abzumildern. Das Bündel der Projekte umfasste unter anderem Straßenkunst, musikalische After-Work-Veranstaltungen und Werbemaßnahmen. Im November berichtete André Westermann, Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH, der Politik über die weiterhin dramatische Lage im Bereich des Einzelhandels.

Schnell Lösungsansätze entwickeln

Sowohl in den politischen Gremien als auch in der Stadtverwaltung ist man sich bewusst, dass schnell Lösungsansätze für den innerstädtischen Handel entwickelt werden müssen. Mit dem WKL e.V. hat man dabei nun einen Partner auf Augenhöhe an der Seite, der seit vielen Jahren eng mit dem Lüdenscheider Einzelhandel zusammenarbeitet.

Geld für neues Gutachten

Dem WKL e.V. ist es nun dank seiner guten Vernetzung gelungen, mit dem Hasso-Plattner-Institut ein Forschungsinstitut zu gewinnen, das aktuell die Entwicklung der Zukunftsperspektiven vieler deutscher Groß- und Mittelstädte erforscht und mit Handlungsempfehlungen begleitet. Kurzfristig kann der WKL das renommierte Institut mit einem Gutachten für die Lüdenscheider Innenstadt beauftragen und stellt auch die finanziellen Mittel dafür bereit.

Bereits Mitte April soll das Institut in Lüdenscheid tätig werden. Erste Ergebnisse sollen schon im Laufe des Septembers vorliegen. Dann könnten mit den bereitgestellten Fördergeldern für die Innenstadt schnell erste Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Zusammen mit den geplanten Aktionen im Zuge der Baustelle in der Wilhelmstraße, hat Lüdenscheid damit die Chance, schnell auf die Situation des innerstädtischen Einzelhandels zu reagieren.

Link zum Online-Vortrag

„Wir sind sehr froh, mit der Stadt Lüdenscheid Teil der zukunftsorientierten und praktischen Ansätze des Hasso-Plattner-Instituts zu sein“, so Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. „Dieses Gutachten soll Grundlage für die Weichen sein, die für die Zukunft des Handels in Lüdenscheid gestellt werden müssen.“

Link zum Online-Vortrag auf YouTube:

https://youtu.be/hbJ62gjUsnU

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