Die letzte Aufnahme vor dem Verschub. Foto: HOCHTIEF

Hagen/Südwestfalen. Es war eine Premiere in Deutschland – und HOCHTIEF hat sie erfolgreich gemeistert: Seit Freitag 15:35 Uhr liegt die fast einen Kilometer lange Lennetalbrücke auf der A45 in ihrer endgültigen Position. Der 30.000 Tonnen schwere Koloss aus Stahl und Beton war zuvor in einer 6,5-stündigen Präzisionsarbeit um 19,15 Meter seitlich verschoben worden.

Nur noch wenige Zentimeter bis zum Abschluss des Verschubs. Foto: HOCHTIEF

Er befindet sich nun wenige Zentimeter entfernt von einem Brückenzwilling, über den der Verkehr aktuell in beiden Richtungen läuft. Nie zuvor hatte jemand in Deutschland versucht, eine Brücke von dieser Dimension so zu bewegen. „Das Sahneteilchen unseres Bauprojekts ist gelungen, ich bin stolz auf unser Team. Es war Präzisionsarbeit“, sagte HOCHTIEF-Projektleiter Jan Felgendreher. „Dass der Verschub heute so gut gelungen ist, stellt die Weichen für künftige Bauprojekte“, sagte Auftraggeberin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes.

“Das war Präzisionsarbeit”, sagt Jan Felgendreher, Projektleiter Hochtief. Foto: Ralf Baumgarten

Der Verschub war erforderlich, um während der Bauzeit den Autobahnverkehr möglichst wenig einzuschränken. Täglich passieren an die 90.000 Autos und Lkw diese Stelle der Autobahn. Die enorme Verkehrsbelastung machte den Neubau der aus dem Jahr 1967 stammenden Lennetalbrücke erforderlich.

Die ersten Arbeiten hatten Ende 2013 begonnen, mit der Verkehrsfreigabe der sechsspurigen Brücke wird im Sommer 2021 gerechnet.

HOCHTIEF hat zahlreiche Großbrücken in aller Welt realisiert, zuletzt unter anderem im schottischen Edinburgh und in Montreal (Kanada). Für den Verschub an der A45 hatte sich das Unternehmen gemeinsam mit der Autobahn GmbH minutiös vorbereitet. Tausende Stunden Arbeit waren in die Planung geflossen, ein Test fand im vorigen Jahr in der Schweiz statt.

Am Freitag war ein Expertenteam aus 60 Mitarbeitern für die Umsetzung verantwortlich. HOCHTIEF-Projektleiter Jan Felgendreher: „Wir haben die Brücke an 15 Stellen gleichzeitig gezogen. Die Toleranzen lagen im Millimeterbereich, jeder Handgriff musste sitzen.“

HOCHTIEF führt derzeit in Deutschland zahlreiche große Brückenprojekte aus. Dazu zählen in Nordrhein-Westfalen der Ersatzneubau der A40-Rheinbrücke in Duisburg-Neuenkamp sowie der Bau der Leverkusener A1-Rheinbrücke und der Neubau der inneren Schwelmetalbrücke in Wuppertal. Auf der A6 nahe Heilbronn in Baden-Württemberg baut der Konzern die Neckartalbrücke. Im Zuge des Ausbaus der A7 in Hamburg und Schleswig-Holstein hat HOCHTIEF auch die Langenfelder Brücke neu errichtet. Hier könnt Ihr euch den Verschub im Zeitraffer anschauen: https://mmdb.hochtief.de/pinaccess/showpin.do?pinCode=dhBwyHINIGdr

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