Am 25. September tuckern historische Ackerschlepper durchs Freilichtmuseum. Foto: LWL

Hagen. (lwl) Etwa 250 historische Ackerschlepper, Dieselrösser, Bulldogs und Unimogs bis Baujahr 1980 treffen sich am Sonntag (25.9.) im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Alte Schlepper verschiedener Hersteller tuckern durch das gesamte LWL-Freilichtmuseum. „Die Freunde alter Schlepper kommen hier voll auf ihre Kosten. Es sind bekannte Namen wie H. Lanz, Hanomag, Porsche, MAN, Deutz und Unimog vertreten“, sagte Guido Baake, Geschäftsführer der H. Lanz-Freunde Ruhrgebiet e.V.. „Aber auch unbekanntere Marken wie der Bautz, der seit 1969 zu Claas gehört, Hürlimann aus der Schweiz und ein Holder-Traktor, bekannt vor allem für seinen Einsatz im Wein- und Obstanbau, stellen sich vor.“

Die Besucher:innen haben Gelegenheit zum Schauen und zum Fachsimpeln mit den Treckerbesitzer:innen. Sie erzählen gerne, wie sie ihren Trecker gefunden und restauriert haben und in Schuss halten. Höhepunkt des Tages ist um 15 Uhr die Trecker-Präsentation. Viele Traktoren fahren dazu einzeln vor, ein Fachmann erklärt die jeweiligen Besonderheiten der Modelle. So erfahren die Besucher Details über die Traktortypen, Bauarten und so manche Anekdote.

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Technikgeschichte: Bekannt unter den Trecker-Oldtimern ist die Marke H. Lanz. Die Firma Heinrich Lanz Aktiengesellschaft mit ihrem Stammsitz in Mannheim beschäftigte sich seit den 1880er Jahren mit Landmaschinentechnik und entwickelte eine motorgetriebene Maschine. Diese Maschine löste die Lokomobile ab, die damals die Dreschwerke in der Landwirtschaft antrieben. 1921 kam H. Lanz als erstes Unternehmen der Welt mit einem Rohölschlepper auf den Markt, dem legendären „Lanz-Bulldog“. Den Namen bekam er durch die Ähnlichkeit mit dem Gesicht eine Bulldogge. Die ersten Lanz-Bulldogs hatten acht oder zwölf PS, später stockte der Hersteller die Motoren bis 55 PS auf. Insgesamt baute Lanz bis in die 1950er Jahre 25.000 „Bulldogs“. 1967 wurde Lanz von John Deere übernommen.

Die „Bulldogs basieren auf einem Ein-Zylinder-Prinzip mit einem Glühkopfmotor. Sie waren so konstruiert, dass sie in einfachen Dorfschmieden oder vom Bauern selbst mit Hammer und Meißel repariert werden konnten. Ein weiterer Vorteil des Bulldogs lag darin, dass er zuverlässiger war als die empfindlichen und explosionsgefährdeten benzingetriebenen Ackerschlepper. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es noch keinen Dieselantrieb, der Lanz Bulldog fuhr mit billigem Rohöl.

Am Sonntag (25.9.) sind viele der historischen Museumswerkstätten in Betrieb. Viele Handwerker führen interessierten Besucher:innen verschiedene, alte Handwerke vor.