Mitglieder der "Cannibals Crew" bei den Proben im Kulturhaus. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Breakdance, Rap, Graffiti und die Bühne des Kulturhauses – das Hip-Hop-Festival am 29. November soll Bestandteile von sogenannter Sub- und Hochkultur zusammenbringen. Die Vorbereitungen für das spannende Experiment laufen bereits seit einiger Zeit.

Mit diesem Festival begeben sich Kulturhaus-Intendanten Rebecca Egeling, Yves Thomé, Lino Masella und R.U.F.F.K.I.D zusammen mit Kama Frankl-Groß vom Verein Pottporus aus Herne auf die Suche nach Spuren der Hip-Hop-Kultur in Lüdenscheid.



In den 1980er und 1990er Jahren eine Hochburg

„Was viele nicht wissen: Lüdenscheid gehörte in den 1980er und 1990er Jahren zu den Hochburgen des Hip-Hop in Deutschland“, sagt Rebecca Egeling. Nach mehr als 30 Jahren begebe sich das Kulturhaus jetzt auf die Suche nach dieser städtischen Subkultur. Anliegen sei es, sie zu fördern und wieder sichtbar machen. Szene-Profis wie der Graffiti-Künstler Yves Thomé, der Rapper R.U.F.F.K.I.D und der Breakdancer Lino Masella spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dem längst vergessenen Mythos neues Leben einzuhauchen.

Szene bis auf kleinen Kern geschrumpft

„Die Szene ist bis auf einen kleinen Kern geschrumpft“, sagt Lino Masella, der mit einem Teil seiner Breakdance-Truppe „Cannibals Crew“ mit am Start ist. Das habe viele Gründe. Dazu zählt er auch Freizeitverhalten von Jugendlichen. Es habe sich in den vergangenen 30 Jahren erheblich verändert.

Bei “Spieglein, Spielglein an der Wand” werden spannende Moves zu sehen sein. Foto: Wolfgang Teipel

Frei nach den Brüdern Grimm

Seine Cannibals im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind jedenfalls hochmotiviert. Sie probten in den vergangenen Tagen intensiv die Moves, die sie für das Stück „Spieglein, Spieglein an der Wand“ auf die Bühne bringen wollen. Die Show orientiert sich frei an „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ der Brüder Grimm. Es wird jedoch in den Kontext der Lüdenscheider Hip-Hop-Szene gesetzt. Es erzählt die Geschichte des Tänzers „Snow White“, der sich mit seiner Crew, den „Drafts“, einer Battle mit seiner bösen Schwester „Miss Queen“ stellen muss. Dabei tauchen Themen wie Eifersucht, Hass aber auch Liebe und Freundschaft auf, Themen die Jugendliche intensiv beschäftigen.

R.U.F.F.K.I.D, professioneller Rapper, Sänger und Songwriter, hat die Raps und den Erzählstrang für die Performance entwickelt. Sie werden professionell in einem Studio aufgenommen und beim Festival präsentiert. Yves Thomé, seit den 1980er Jahren der Protagonist der Lüdenscheider Graffiti-Szene, hat in seinem Workshop mit den Teilnehmern das Graffiti-Bühnenbild erstellt.

Pottporus fördert StreetArt

Begleitet wird das Ganze von Kama Frankl-Groß von Pottporus e. V. Der Verein e.V. hat den Anspruch junge Kreative, egal welcher künstlerischen Herkunft und ob mit oder ohne künstlerischer Ausbildung, nachhaltig zu fördern und ihnen eine Perspektive für ihre Arbeit zu eröffnen. Durch die eigene Projektentwicklung und durch die vier Bereiche von Pottporus e.V. haben junge Menschen die Möglichkeit, an künstlerischen Prozessen teilzuhaben und sich mit professioneller Unterstützung zu entwickeln. Pottporus e.V. nimmt aus den Bereichen der Street Art – Wort, Tanz, Bild, Klang – Strömungen und Entwicklungen auf und verbindet sie mit etablierten Kunstformen.

Das Hip-Hop-Festival wird mit Landesmitteln aus verschiedenen Töpfen und vom Lüdenscheider Verein Willi &. Söhne gefördert.

Vortrag, Performance und Open Stage

Die Veranstaltung am 29. November beginnt um 18.30 Uhr mit einem Vortrag von Autor Hannes Loh über „35 Jahre Hip-Hop in Deutschland und Lüdenscheid“. Daran schließt sich die Präsentation der Workshop-Teilnehmer an: „Spieglein, Spieglein an der Wand…“. Nach der Pause gibt das Junge Pottporus ein Gastspiel und zeigt sein Stück „Expedition Hip-Hop – My Identity“. Das Nachgespräch ab circa 20.30 Uhr moderiert Zekai Fenerci vom Verein Pottporus. Ab 21 Uhr haben alle Gelegenheit, sich selbst bei einer Open Stage mit Hip-Hop-Jam auszuprobieren.

Für die Veranstaltung gibt es Karten zu Preisen von 9 bis 12 Euro plus 10 Prozent Vorverkaufsgebühr an der Theaterkasse, Tel. 0 23 51 / 17 12 99, und an der Abendkasse. Dort gilt ein erhöhter Eintrittspreis. 

Credits:
Eine Kooperation des Kulturhaus Lüdenscheid mit Pottporus e.V.  Herne, dem Stadtjugendring Lüdenscheid e.V. und der städtischen Kinder- und Jugendförderung.

Gefördert durch:

Kultursekretariat NRW Gütersloh
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

LAG Kunst & Medien NRW e.V.

LAG Tanz NRW

Onkel Willi & Söhne e.V

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