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Symbolbild: pixabay.com

Lüdenscheid. Aktuell wirbelt das positive Testergebnis einer Klinik-Mitarbeiterin den Klinikbetrieb in der Kinder- und Jugendpsychiatrie durcheinander. Diese war bei einer routinemäßigen Mitarbeiter-Testung der Märkischen Kliniken am gestrigen Dienstag mit positivem Befund entdeckt worden. Wo genau sich die Mitarbeiterin mit dem Coronavirus infiziert hat, wird derzeit noch geklärt – ob nun bei den Kindern und Jugendlichen, bei anderen Mitarbeitern oder im privaten Umfeld. Alle in Frage kommenden Infektionsketten werden durch das Hygiene-Team des Klinikums nachvollzogen.

Um inzwischen keinerlei Risiken einzugehen, hat die Klinik jetzt in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden, vorsorglich 28 Kinder und Jugendliche nach Hause zu schicken. Dazu haben die behandelnden Ärzte mit allen Familien persönlich Kontakt aufgenommen und sich hierzu eng beraten. Zuhause werden die Betroffenen durch ihre behandelnden Kinderärzte auf das Coronavirus getestet und können, falls notwendig, gleich medizinisch behandelt werden. Für acht Kinder und Jugendliche, die einer ständigen Hilfe bedürfen, wurde kurzfristig die Weiterbehandlung am Klinikum sichergestellt.

Aufnahmestopp voraussichtlich bis 5. Oktober

In der Zwischenzeit müssen sich fünf Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die in Kontakt zur positiv getesteten Mitarbeiterin standen, sofort in häusliche Quarantäne begeben. Darüber hinaus werden alle Mitarbeiter dieser Klinik in jeweils drei Testaktionen abgestrichen, um die Infektionskette schnellstmöglich zu durchbrechen. Diese Tests ainden am heutigen Mittwoch statt und werden am 30. September und 7. Oktober fortgesetzt. Mit den Resultaten wird innerhalb von 48 Stunden gerechnet. Bis zur abschließenden Klärung können in der Kinder- und Jugendpsychiatrie keine neuen Patienten aufgenommen werden. Dies wird voraussichtlich bis 5. Oktober 2020 andauern.

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Lage der jungen Menschen stärker in den Blick nehmen

Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen müssen nach Ansicht von Dr. Tamara Jacubeit, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Lüdenscheid, stärker als bisher Berücksichtigung finden. “Man darf nicht vergessen, dass es eine heranwachsende Generation ist. Deshalb setzen wir derzeit alles daran, um schnellstmöglich wieder in den regulären Klinikbetrieb zurückzukehren,” so die Psychiaterin. “Denn wir befürchten, dass sonst die Einschränkungen der Corona-Pandemie für unsere jungen Patienten, in den psychischen Folgen, die medizinischen übersteigen könnten.”

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Kinder und Jugendliche mit Bedrohungsszenarien konfrontiert. Sie leiden bei den Corona-Sorgen besonders mit, sei es durch die Angst um Eltern und Großeltern oder die Schulsituation sowie den Folgen der sozialen Isolation. Diese Belastungen sind nach den Worten von Dr. Tamara Jacubeit vor allem für junge Menschen gravierend, die bereits mit psychischen Störungen konfrontiert sind.

Als Fachklinik mit breitem Versorgungsauftrag sowohl für den Märkischen Kreis als auch den Kreis Olpe bemüht sich ihre Klinik intensiv darum, dass die Krankheitsverläufe mit psychischen Störungen durch die Corona-Pandemie nicht weiter verstärkt werden.

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