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Hagen. Zum Ende des Jahres soll die Förderung von Sprach-Kitas in NRW wegfallen. Überraschend lässt das grün-geführte Bundesfamilienministerium die Finanzierung auslaufen. In Hagen betrifft dies 51 Kitas. Während Bundesministerin Lisa Paus (Grüne) auf die Verantwortung der Länder verweist, sendet ihre grüne NRW-Kollegin, Familienministerin Josefine Paul, keine Signale für eine Weiterführung durch das Land. Das kritisieren die Hagener SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Jörg und Ina Blumenthal sowie der heimische Bundestagsabgeordnete Timo Schisanowski.

Wichtiger Baustein

Das Bundesprogramm richtet sich vorwiegend an Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit Sprachförderbedarf besucht werden: „Die Sprach-Kitas sind ein wichtiger Baustein für gelingendes Aufwachsen und Chancengleichheit. Dem drohenden Wegfall müssen wir entschieden Contra geben. Für uns ist es unverantwortlich, dass sich die grüne Bundesministerin und die grüne Landesministerin gegenseitig die Verantwortung zuschieben, statt eine gemeinsame Lösung vorzuschlagen“, erklären die SPD-Abgeordneten.

51 Sprach-Kitas in Hagen

Das Projekt der Sprach-Kitas läuft nun nach elf Jahren aus. Insgesamt sind in NRW 1.481 Kitas und 85 Personen in Fachberatungsstellen sowie 1.480 Fachkräfte in Kitas betroffen. Alleine in den Jahren 2016 bis Ende 2022 werden über zehn Millionen Euro an Fördermitteln an die 51 Sprach-Kitas in Hagen geflossen sein – eine enorme, aber auch dringend benötigte Summe, die von der Stadt Hagen nicht aufgefangen werden kann.

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SPD-Politiker erwarten Fortsetzng

Damit fallen für viele Kinder und ihre Familien wichtige Bausteine zum Abbau von Ungleichheiten weg. Die Betroffenen brauchen nun eine Lösung, damit wichtige Erkenntnisse und Fortschritte nicht wieder zunichtegemacht werden. „Wir erwarten von Ministerin Paul, dass sie sich für die Fortsetzung des Programms einsetzt. Das Land muss eine Anschlusslösung ermöglichen, damit nicht mitten im Winter die Fachkräfte fehlen“, erklären Blumenthal, Jörg und Schisanowski. „Sprachförderung sowie die gesamte Kita-Gesetzgebung sind Ländersache“, stellen sie klar.

Hohe Migrationsquote bei Neugeborenen

„Gerade in Hagen haben wir mit einer Migrationsquote von über 50 Prozent bei den Neugeborenen einen großen Bedarf bei der Sprachförderung. Durch die katastrophale Bildungssituation in Hagen wird sich der Wegfall des Förderprogramms dauerhaft schlecht auf unsere Bildungslandschaft auswirken“, warnen die heimischen Politiker und die heimische Politikerin.

Sie meinen: “Wenn die örtliche CDU und ihr Vorsitzender etwas für unsere Kita-Kinder tun wollen, dann sollten sie erstens natürlich Druck auf die von der CDU-geführten Landesregierung ausüben, damit diese ihrer Verantwortung nachkommt. Zweitens sollten sie in ihrer örtlichen Allianz mit Grünen und FDP dafür sorgen, dass nach acht Jahren der Allianz-Regierungszeit endlich genügend Kita-Plätze in Hagen zur Verfügung gestellt werden. Acht Jahre lang Jahr für Jahr nicht genügend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen, das bedeutet, acht Jahre lang den Kindern enorme Chancen zu stehlen.“

Keine Antworten auf drängende Fragen

Die SPD-Landtagsfraktion hat das Thema per Kleiner Anfrage in den Landtag getragen. Doch die Antwort ist wenig vielversprechend. „Es ist schon bitter, wenn das Ministerium in NRW, das sowohl die Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien wie auch Integration vertreten soll, keine Antwort auf diese drängende Frage hat“, sagen Wolfgang Jörg, Ina Blumenthal und Timo Schisanowski. Offensichtlich reiche der grüne Draht nicht bis ins grüne Bundesministerium. „Es genügt nicht, wenn Josefine Paul mit ihrer grünen Kollegin Mikado spielt, nach dem Motto: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Ohne Bewegung werden die Kinder, Familien und die Beschäftigten die Verlierer sein.“

 

 

 

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