In diesem Jahr stehen der Häppchen-Tour zu viele belastende Faktoren im Weg. Foto: Wir für Lüdenscheid

Lüdenscheid. Es muss ganz deutlich gesagt werden: Der Gastronomie in Deutschland geht es schlecht. Und die Lüdenscheider Restaurants sind derzeit aus verschiedenen Gründen (s.u.) besonders schlecht dran. Da gibt es nichts zu beschönigen. Nun ziehen Lüdenscheider Gastronomen die Konsequenz und sagen die Häppchen-Tour 2022 ab. Sie sollte nach den ursprünglichen Planungen am 27. und 28. August 2022 als kulinarische Visitenkarte der Stadt stattfinden.

Akuter Personalmangel

Marcus Kaufmann – Beirat Gastronomie WIR für Lüdenscheid e.V. – schreibt dazu: „Corona hat uns allen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist nicht das Virus allein, auch wenn die Inzidenzen erschreckend hoch sind: Seit der Nach-Lockdown-Zeit besteht akuter Personalmangel in weiten Teilen der Gastronomie. Manches Restaurant mussten deshalb bereits Einschränkungen vornehmen, die natürlich nicht dazu beitragen, wieder auf die Beine zu kommen. Nun steigen auch noch die Energiepreise; ein Punkt, der sich auf einen kleinen Gastronomiebetrieb besonders stark auswirkt. Das Geld muss erst einmal erwirtschaftet werden und wenn das Restaurant wegen fehlender Arbeitskräfte nur teilweise öffnen kann, beißt sich hier die Katze in den Schwanz.

Weiterhin fehlt derzeit eine ordentliche Bahnverbindung von Lüdenscheid nach Hagen und umgekehrt. Zudem haben wir Ende August noch Urlaubszeit, viele Menschen nutzen trotz Corona die Gelegenheit, endlich wieder verreisen zu können. Auch diese beiden Gründe tragen ihr Teil dazu bei, dass wir dieses Jahr auf die Häppchen-Tour verzichten müssen.

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Furcht vor zwei schlechten Tagen

Nicht zuletzt leiden alle Lüdenscheider aus Stadt und Land und damit auch die Gastronomen unter der Erneuerung der Brücke Lüdenscheid, der Talbrücke Rahmede. Die vergangenen Häppchen-Touren haben allerdings gezeigt, dass ein Teil der Gäste und Besucher aus dem Lüdenscheider Umland in die Stadt kamen. Es wäre zu erwarten, dass diese Interessierten es sich zweimal überlegen, ob sie dieses Jahr den Weg in die Stadt auf sich nehmen wollen – und wenn nicht, würde sich das unmittelbar auf die so sorgfältig und mit Liebe geplante Tour auswirken. Sie würde mangels Beteiligung zahlreicher Menschen wahrscheinlich zwei sehr schlechte Tage erwischen.

Sponsoren fehlen

Fehlende Sponsoren. Diese haben aus ihrem eigenen Blickwinkel sicher gute Gründe, sich nicht zu engagieren. Für die Gastronomen der Stadt und alle an der Häppchen-Tour Engagierten ist das allerdings eine richtig schlechte Nachricht. Immerhin hat das Sponsoring vieles leichter gemacht, zum Beispiel die Werbe- und Marketingmaßnahmen.

Zu viele belastende Faktoren

Corona, Personalmangel, Energiepreise, die Brücke Lüdenscheid, Urlaubszeit, die fehlende Zugverbindung Lüdenscheid-Hagen und fehlende Sponsoren: Es sind einfach zu viele Faktoren, die das Event belasten und so die Häppchen-Tour 2022 doch noch in die Knie gezwungen haben.

Hoffen auf 2023

Es gibt viele Menschen, die das bedauern, und gerade darum blicken wir zuversichtlich nach vorn. Wir haben selbstverständlich fest vor, das beliebte Event fortzuführen: Daher freuen wir uns auf die Häppchen-Tour 2023 und werden alles Menschenmögliche in Gang setzen, sie stattfinden zu lassen. Dabei sind wir für jedwede Unterstützung dankbar, denn wir können jede helfende Hand gut gebrauchen. Bei Interesse bitte einfach bei Wir für Lüdenscheid e.V., www.wirfuerluedenscheid.de, melden. Wir freuen uns auf euch!“

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