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Einrichtungsleiterin Susanne Werth präsentiert mit Kindern des Kinderhauses Martinstraße die Urkunde, Plakette und mehrere Projekte rund um die Arbeit mit Büchern wie den „Bücherführerschein“, den „Bücherdoktor-Koffer“ oder die „Bücherei-Tasche“. Foto: Kinderhaus Martinstraße

Hagen. Die städtische Kindertagesstätte Wilhelmstraße und das Kinderhaus Martinstraße der Stadt Hagen erhalten das Gütesiegel „Buchkindergarten“. Damit zeichnen der Börsenverein des deutschen Buchhandels und der deutsche Bibliotheksverband erstmals Einrichtungen aus, die sich in ihrer Arbeit intensiv mit den Themen Lesen, Sprache und Medien beschäftigen. Die prämierten Kindertagesstätten setzen Literatur in ihrem pädagogischen Alltag ein, um Kinder früh für Geschichten und Sprache zu begeistern und die frühkindliche Lesekompetenz zu fördern.

Kita-Bücherei neu gestaltet

Im Kinderhaus Martinstraße ist der Umgang mit Medien und Büchern ein fester Bestandteil geworden, den Kinder, Eltern sowie Erzieher gleichermaßen schätzen. Deshalb bewarb sich die Einrichtung in diesem Jahr für den „Buchkindergarten“. Zu den Kriterien für eine solche Auszeichnung zählt eine vielseitige und regelmäßige Arbeit mit Büchern sowie Medien. Dafür sorgt in der Martinstraße unter anderem die neu gestaltete Kita-Bücherei. Dort können die Kinder einen Bücherführerschein erwerben, der für den richtigen Umgang mit einem Buch gebraucht wird und mit dem natürlich auch die Ausleihe von Medien möglich ist.

Einmal pro Woche “Geschichtenlauschen”

Zudem sind mehrsprachige Vorlesepaten in der Einrichtung aktiv und das Angebot „Bücherwürmer“ bietet einmal pro Woche ein „Geschichtenlauschen“ an. Kooperationen mit der Stadtbücherei, einer Grundschule vor Ort und der Theaterpädagogin des Theaters Hagen runden das Konzept der frühkindlichen Leseförderung und Sprachentwicklung von Kindern ab. Bereits vor rund fünf Jahren entschloss sich die Einrichtung für eine Bewerbung als „Literatur-Kita“ und wurde 2016 als solche erfolgreich zertifiziert. In diesem Jahr schaffte sie die erneute Zertifizierung.

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“Bücherkrankenhaus” im Eingangsbereich

In der Kindertagesstätte Wilhelmstraße spielen Bücher schon im Eingangsbereich eine wichtige Rolle: Dort befindet sich ein sogenanntes „Bücherkrankenhaus“, in das die Kinder selbstständig beschädigte Bücher bringen können. Gemeinsam mit einer der pädagogischen Fachkräfte werden diese Bücher „verarztet“ und so aufbereitet, dass sie weiterhin nutzbar sind. Darüber hinaus bietet ein multilinguales Team die Möglichkeit, mit mehrsprachiger Literatur zu arbeiten und Leseangebote in verschiedenen Sprachen durchzuführen.

Maria Baumann (Leiterin Kita Wilhelmstraße), Susanne Werth (Leiterin Kinderhaus Martinstraße), Beigeordnete Margarita Kaufmann, Anke Hartung (Leiterin Kita Wilhelmstraße), Bianca Patzschke (Sozialarbeiterin in der Fachberatung) und Iris Andreou (Fachkraft für Sprache) freuen sich zusammen mit den Kindern über die Auszeichnung. Foto: Maximilian Gerhard/Stadt Hagen)

Durch die enge Kooperation mit der Stadtteilbücherei Hohenlimburg können in der Einrichtung an der Wilhelmstraße regelmäßig literaturpädagogische Angebote veranstaltet werden. Zu diesen zählen zum Beispiel die Geschichten mit dem „Kamishibai“ oder Informationsveranstaltungen für Eltern. Das Lesen und die Sprache begleiten die Kinder auch im Bilderbuchkino, bei der Büchertauschbörse und vielem mehr. Dazu nimmt die Einrichtung schon seit 2016 am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil.

Deutschlandweit 208 Einrichtungen ausgezeichnet

Das Gütesiegel „Buchkindergarten“ wird für drei Jahre vergeben. Danach ist eine erneute Bewerbung möglich. Aus insgesamt 820 Bewerbungen wurden deutschlandweit 208 Einrichtungen ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung fand bereits im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.

Schirmherr des Gütesiegels ist der Kinderbuchautor und Illustrator Paul Maar. Förderer sind die Verlagsgruppe BELTZ, die Buchhandlung Eulenspiegel (Hochheim am Main), der Moritz Verlag, die Verlagsgruppe Oetinger, die Taunus Sparkasse und Thienemann-Esslinger. Initiator ist die Interessengruppe Leseförderung des Börsenvereins.

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