Neubau Kreishaus
Landrat Marco Voge freute sich, zu der Grundsteinlegung am Erweiterungsbau des Lüdenscheider Kreishauses Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie aus den beteiligten Unternehmen begrüßen zu dürfen. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis (pmk). Gut zehn Monate nach dem ersten Spatenstich legte Landrat Marco Voge den Grundstein für den neuen Kreishausanbau. Die Vision der Kreishauserweiterung ist damit in greifbare Nähe gerückt. Voraussichtlich im nächsten Jahr können die neuen Sitzungsräume und Büros bezogen werden.

Zeitkapsel im Mauerwerk

Einer alten Tradition folgend versenkte Landrat Marco Voge vor den Augen der geladenen Gäste aus Politik und Verwaltung eine Zeitkapsel in das Mauerwerk, das einmal der Platznot im Lüdenscheider Kreishaus ein Ende bereiten soll. Die Kassette enthält neben einem Euro-Münzsatz, eine Tageszeitung, die Baupläne sowie die Rede des Landrates und das Wappen des Kreises. Landrat Voge zeigte sich bei der Grundsteinlegung besonders erfreut, dass die bisherigen Arbeiten bei diesem großen Projekt im Zeitplan liegen: „Alle Beteiligten leisten super Arbeit. Sehr freue ich mich auf den neuen Sitzungsraum und darüber, dass wir hier zukünftig weitere moderne Räumlichkeiten für die Arbeit der Kreisverwaltung haben werden.“

Der Landrat des Märkischen Kreises begrüßte neben Vorsitzenden und Vertretern der Kreistagsfraktionen unter anderem die stellvertretende Vorsitzenden des Bau- und Straßenausschusses, Petra Gossen, Linus Wortmann, Vanessa Althoff und Leona Weber vom Unternehmen KKW-Architekten aus Lüdenscheid, Mark Kriesten vom gleichnamigen Tiefbauunternehmen, Manfred Fischer, Leiter des Gebäudemanagements des Kreises, Personalrat Gerhard Jung sowie die an den Planungen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

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16,5 Millionen Euro investiert der Kreis in den viergeschossigen Erweiterungsbau, der auf zwei Ebenen an das Bestandsgebäude angebunden wird. Auf einer Bruttogrundfläche von rund 5.600 Quadratmetern sollen insgesamt 95 Arbeitsplätze angesiedelt werden. Die offene Tiefgarage mit 32 Stellplätzen steht schon. Im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss wird zukünftig die Ausländerbehörde angesiedelt sein. Im zweiten Obergeschoss wird es nach der Fertigstellung zeitgemäße Tagungsmöglichkeiten, einen neuen Sitzungssaal sowie weitere Büroflächen geben. Alle Geschosse sollen barrierefrei erreichbar sein.

Erdbau- und Gründungsarbeiten gestalten sich aufwendig

Seit dem ersten Spatenstich am 17. Juni 2021 wurde viel bewegt an der Baustelle, an der bis 2023 der neue Kreishausanbau hochgezogen wird. Aufgrund der schwierigen Topographie des Geländes gestalten sich die Erdbau- und Gründungsarbeiten sehr aufwendig. Etwa 8.500 Kubikmeter Erdaushub waren erforderlich. Davon wurden bereits 2.300 Kubikmeter abgefahren. Die Fundamente reichen bis in eine Tiefe von etwa sechs Metern. 210 Meter Grundleitungen wurden verlegt. In den vergangenen Wochen ist der Rohbau zügig gewachsen. Vieles erfolgt in Fertigbauweise, wie das komplette Untergeschoss, Treppen und Geschossdecken. Die Außen- und die Gebäudetrennwände sowie die Stützen werden jedoch vor Ort betoniert. 1.400 Kubikmeter Beton sind bereits verbaut; bis zur Fertigstellung werden es rund 3.500 Kubikmeter Beton werden. Auch interessant: Für die Heizung werden ein Kilometer Erdwärmesonden und 12 Kilometer Fußbodenheizungsrohr für summiert 10.000 Kubikmeter pro Stunde Lüftungsvolumenstrom verlegt. Für die technische Ausstattung sind 1.200 Steckdosen, 500 Netzwerkdosen und etwa 53 Kilometer Kabel (das entspricht einer Strecke von Lüdenscheid bis Bochum) geplant.
„Wir liegen voll im Zeitplan“, sagte Manfred Fischer, Leiter des Regiebetriebs Gebäudemanagement der Kreisverwaltung. Spielt das Wetter mit, könnte noch in diesem Jahr Richtfest gefeiert und das Dach eingedeckt werden.

Klimaschutz und Energieeffizienz

Besonderer Wert wird beim Erweiterungsbau auf technische Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz gelegt. Daher erhält das Gebäude unter anderem eine Photovoltaikanlage, eine Passivkühlung über Erdsonden, eine Rückhaltungsanlage für Regenwasser, moderne LED-Technik sowie Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung. Landrat Marco Voge: „Im Rahmen der Ausführungsplanung haben wir bei der Reduzierung von CO²-Emissionen sogar noch einmal nachgesteuert: So haben wir bei der Heizungsanlage die Wärmepumpe auf einen regenerativen elektrischen Energieträger umgestellt. Ursprünglich war der Einbau einer Gas-Wärmepumpe geplant. Sowohl aus wirtschaftlicher, ökologischer Sicht und inzwischen auch aus Gründen der Versorgungssicherheit ist eine elektrisch betriebene Wärmepumpe die bessere Alternative.“ In der neuen Tiefgarage werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, künftig bis zu 10 Ladepunkte für E-Fahrzeuge zu errichten.

Höchstmaß an Sicherheit

Der Erweiterungsbau am Kreishaus Lüdenscheid ist unter anderem durch weitere Aufgabenbereiche, die vom Land NRW zugewiesen werden und mehr Personal beanspruchen, sowie geänderte gesetzliche Grundlagen erforderlich. Zudem soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung durch bauliche Maßnahmen ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet werden. So wurde etwa konzeptionell besonderer Wert auf die künftige Lenkung der Besucherströme gelegt.

 

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