Referent Prof. Dr. Bernd Lemke, Direktor der Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid. Foto: Lara Stockschläder

Lüdenscheid. Zwei bis drei Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer chronischen Herzschwäche – ein Thema also, das viele bewegt. Dementsprechend gut besucht war der Vortrag „Herzschwäche – Bewährtes und Neues“ mit Referent Prof. Dr. Bernd Lemke, Direktor der Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid. Im Rahmen der Vortragsreihe Reihe „Dienstags in den Märkischen Kliniken“ stellte er dem interessierten Publikum mögliche Anzeichen, Ursachen und insbesondere Behandlungsmöglichkeiten bei Herzschwäche vor.

Keine eigenständige Erkrankung

Da vor allem ältere Patienten, ab dem 60. Lebensjahr, unter einem „schwachen Herzen“ leiden, kamen zur Vortragsveranstaltung viele Zuschauer in höherem Alter. Prof. Dr. Lemke erklärte ihnen gleich zu Beginn, dass es sich bei Herzschwäche um keine eigenständige Erkrankung, sondern immer um ein Endstadium anderer Herzkrankheiten handelt. Dazu zählen beispielsweise der koronare Herzinfarkt, hoher Blutdruck sowie Herzklappenerkrankungen.



Atemnot ein Symptom

Auch können Drogen, Alkohol oder Medikamente einen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Herzens haben. Ist eine Herzschwäche vorhanden, äußert sich diese meist in Symptomen wie Atemnot unter Belastung, Leistungsabnahme oder Wassereinlagerungen an den Fußgelenken und am Schienbein. Entwickeln sich diese Anzeichen nicht allmählich, sondern sehr plötzlich, kann eine akute Herzinsuffizienz vorliegen.

Übergewicht abbauen

In diesem Fall rät Prof. Dr. Lemke, sofort den Notarzt zu rufen.
Besonders genau hörte das Publikum zu, als mögliche Behandlungen für ein „schwaches Herz“ vorgestellt wurden. „Bei der Behandlung einer Herzschwäche muss immer, die Grundkrankheit therapiert werden“, so der Klinikdirektor für Kardiologie. Es gilt, Risikofaktoren wie Bluthochdruck zu senken und durch einen gesunden Lebensstil Übergewicht abzubauen. Während bei Herzklappenerkrankungen eine korrigierende Operation oder ein Herzkatheter-Eingriff notwendig sein können, ist bei kleineren Befunden immer zunächst eine medikamentöse Behandlung die Basis.

Thema Nebenwirkungen

Der Referent nahm sich anschließend viel Zeit, dem Publikum bewährte und neue Medikamente vorzustellen und die Fragen seiner Zuhörer über Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapiemöglichkeiten zu beantworten. Viele der Anwesenden sorgten sich vor allem über Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten – umso größer war die Erleichterung am Ender der Veranstaltung, mit wertvollen Tipps und Informationen rund um das Thema Herzschwäche nach Hause gehen zu können.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here