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Von links: Brigitte Klein (Turbo-Schnecken Lüdenscheid), Ingo Hartmann (RSV Listertal), Stefan Ohrmann (Bereichsleiter der Volksbank), Günther Nülle (Juror und Vorsitzender des Kreissportbunds Märkischer Kreis) und Johannes Schulte (SuS Beckum). Foto: Volksbank in Südwestfalen eG/Annabell Steiner
Lüdenscheid/Meinerzhagen. Großer Jubel beim RSV Listertal: Der Verein ist am 30. September von der Volksbank in Südwestfalen eG mit dem „Großen Stern des Sports“ in Bronze ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung ist mit 1.500 Euro dotiert und zugleich die Eintrittskarte zur nächsten Runde im Wettbewerb um die „Sterne des Sports“ in Silber auf Landesebene. Den zweiten Platz belegen die Turbo-Schnecken Lüdenscheid, Dritter wurde der SuS Beckum 1920.
Insgesamt hatten sich 20 Vereine aus der Region bei der Volksbank in Südwestfalen um den „Oscar des Breitensports“ beworben. „Mit der Vielfalt an Engagements und Programmen haben die Sportvereine in unserer Region eindrucksvoll ihre Leistungsfähigkeit und ihren Einsatz unter Beweis gestellt“, lobte Stefan Ohrmann, Privatkundenleiter für den Bereich Märkischer Kreis bei der Volksbank, alle Teilnehmer bei der Siegerehrung.

Hohe Qualität der Bewerbungen

Eine Jury aus Vertretern des Kreissportbundes, der Medien und der Volksbank hat die Auswahl der Preisträger unter größter Sorgfalt getroffen. „Die hohe Qualität der Bewerbungen hat es den Juroren nicht leicht gemacht, die „Sterne des Sports“ zu vergeben. Nun lüftete Stefan Ohrmann das Geheimnis um die Platzierungen in der Volksbank-Hauptstelle in Lüdenscheid. Der RSV Listertal aus Meinerzhagen kam mit seinem Engagement zur Integration und Inklusion von Menschen mit – in erster Linie – Fetalem Alkoholsyndrom auf den ersten Platz. „Damit rückt ein Thema ins Licht der Öffentlichkeit, das kaum bis nicht bekannt ist“, unterstrich der Volksbankvertreter.

Engagement lässt sich übertragen

Betroffene können Fehlbildungen oder eine Schädigung des Zentralnervensystems haben, weil ihre Mütter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Mit den Folgen müssen sie von Geburt an leben. Viele sind oft unkonzentriert, unruhig und bleiben unter dem Niveau von Gleichaltrigen. Dadurch sind sie nicht in der Lage, sich in eine klassische Sportmannschaft mit all ihren Regeln und dem Leistungsdruck einzufinden. „Hier schafft der Meinerzhagener Verein mit den Ballsportfreunden einen Rahmen, in dem sportliche Betätigung, Spaß und letztlich auch Selbstbestätigung möglich werden.“ Auch andere Kinder mit Handicaps sind beim RSV Teil eines Teams. „Unsere Jury ist überzeugt, dass sich dieses Engagement auf andere Sportarten und Vereine übertragen lässt, aber auch viel Herzblut und Einsatz der Ehrenamtlichen erfordert – so wie es der RSV Listertal bestens vorlebt. Damit hat sich der Verein bei uns den „Großen Stern des Sports“ in Bronze verdient“, sagte Stefan Ohrmann in seiner Laudatio.

Klimaneutraler Firmenlauf

Die Turbo-Schnecken Lüdenscheid erreichten mit ihrem Engagement für einen klimaneutralen Firmenlauf Platz zwei und damit ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. „Mit diesem Projekt setzen die Turbo-Schnecken ein deutliches Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit und Klimabewusstsein – ein wichtiges gesellschaftliches Thema, das für den Einzelnen aus vernunftmäßigen oder moralischen, genauso wie aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend im Alltag wichtig wird“, würdigte der Bereichsleiter den Lüdenscheider Verein. Er hatte Experten der Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW in Lüdenscheid, den städtischen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsbeauftragten und die EnergieAgentur.NRW ins Boot geholt, um eine Vielzahl an Maßnahmen zu ergreifen, die Emissionen vermeiden, vermindern und so den CO2-Fußabdruck der Großveranstaltung möglichst gering halten.

Bestandteil des Dorflebens

Der SuS Beckum 1920 erhielt für den dritten Platz 500 Euro. In seiner Bewerbung „100 Jahre Vergangenheit und Zukunft“ hatte der Balver Verein deutlich gemacht, dass er seit einem Jahrhundert fester Bestandteil des Dorflebens ist und ambitioniert in die Zukunft geht. Der SuS Beckum baute ein Multifunktions-Sportheim, das im Jubiläumsjahr mit einem großen Fest eingeweiht werden sollte. Aufgrund der Corona-Pandemie musste er die Feierlichkeiten absagen, organisierte stattdessen aber einige Aktionen, um Mitglieder, Freunde und Unterstützer zu überraschen: Die Ehrenamtlichen ließen einen Jubiläumsschnaps in den Vereinsfarben abfüllen, verkauften Eintrittskarten, Bier und Bratwurst virtuell und legten ein Sondertrikot mit der Beckumer Skyline und dem Slogan „Gemeinsam stark“ auf. In der Jubiläumswoche gratulierten Sportgrößen wie Thorsten Legat, Teddy de Beer, Peter Neururer und Reiner Calmund per Videobotschaft. Stefan Ohrmann ist sicher: „Der SuS Beckum zeigt par excellence, wie es Ehrenamt mit viel Kreativität und Tatkraft schafft, zu bestehen, sich zu entwickeln und Großes zu leisten – auch in schwierigen Zeiten. Wir gratulieren zum dritten Platz.“

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“Sterne des Sports” seit 2004

Initiiert durch den Deutschen Olympischen Sportbund und die VolksbankenRaiffeisenbanken werden die „Sterne des Sports“ bereits seit 2004 vergeben. Inzwischen hat sich der Wettbewerb zu einem gesellschaftspolitischen Event entwickelt, dessen alljährlicher Höhepunkt die Auszeichnung der „Sterne des Sports“ in Gold in Berlin ist. Die Veranstaltung wird von höchster politischer Ebene begleitet: In den vergangenen Jahren haben die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident die Bundessieger im jährlichen Wechsel persönlich ausgezeichnet.

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