Evangelia Kasdanastassi von der Integrationsagentur des Diakonischen Werkes wirbt für die Verbesserung der deutsch-griechischen Freundschaftsbeziehungen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Wussten Sie, dass auch Griechenland im Zweiten Weltkrieg besetzt und zentraler Schauplatz des Holocaust war? An die Verbrechen, an Widerstand und auch Kollaboration erinnert die Ausstellung „Deutsche Verbrechen in Griechenland“ (Villa ten Hompel, Münster). Sie steht im Mittelpunkt eines griechisch-deutschen Nachmittags am 4. Juni in den Museen der Stadt Lüdenscheid (16 bis 20 Uhr).

Gedenken und Feiern, so lautet das Motto der Veranstaltung, zu der die Integrationsagentur des Diakonischen Werkes, der griechische Tanzverein aus Thrakien, Griechen aus Pontos Panagia Soumela, Ipirotikos Syllogos, der Förderverein zur Pflege der griechischen Sprache und Kultur sowie der Lüdenscheider Verein Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus gemeinsam einladen.

„Wir möchten, nachdem wir in die Vergangenheit kurz zurückgeschaut haben, gemeinsam die Weichen stellen, damit unsere deutsch-griechischen Freundschaftsbeziehungen verbessert und  verfestigt werden“, sagt Evangelia Kasdanastassi von der Integrationsagentur. „Als Teil der hiesigen Gesellschaft ist es uns wichtig, als Griechinnen und Griechen und mittlerweile teilweise auch als Deutsche in der dritten und vierten Generation im Austausch zu bleiben und weitere Projekte der Begegnung und Freundschaft anzustoßen.“

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Auf dem Programm steht ab 16.30 Uhr ein Vortrag von Dr. Nikolas Pissis (FU Berlin). Er beschäftigt sich mit dem Thema „Deutsche Kriegsverbrechen im besetzten Griechenland (1941 – 1944)“. Er wird versuchen, die damaligen Ereignisse im geschichtlichen Zusammenhang darzustellen und einzuordnen und ihre Hypotheken für die Nachkriegszeit zu erörtern.

Erwartet werden zudem Grußworte des griechischen Generalkonsuls Vassilis Koinis und eines Vertreters der Stadt Lüdenscheid.

Für die musikalische Untermalung sorgt die Gruppe „Rebetiki Kompania“. Die Band mit Georgios Eangelou (Buzuki, Gesang), Irene Nikolaou (Gesang) und Philip Köbelle (Gitarre), hat sich für diesen besonderen Anlass zusammengefunden.

Rebetikomusik ist die Musik der Geflüchteten aus Kleinasien. Sie entstand in den 1920-30er Jahren in den Hafenstädten Athen und Thessaloniki. Viele nennen sie „den Blues der Griechen“ nennen. Der Krieg und die Besatzung wurden eigentlich im Rembetiko nicht thematisiert, weil sie zensiert wurden. Daher werden einige seltene Lieder vorgestellt, die vor oder nach der deutschen Besatzung aufgenommen wurden.

Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Büchertisch der Romiosini Edition und durch eine Imbisstafel mit griechischen Spezialitäten (gegen geringes Entgelt)

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

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