Foto: privat

Plettenberg. Der diesjährige Dankeschön-Ausflug für die Ehrenamtlichen aus Grünen Damen, Lesepaten und Rentnerband des Krankenhauses führte unter Begleitung von Verwaltungsdirektorin Barbara Bieding ins Bergische Land zu dem einzigen privaten Bestattungshaus Deutschlands. Gegründet wurde das Unternehmen von Fritz Roth unter dem Titel „Landhotel der Seele“, als ein Ort, um Tod und Trauer ins Leben zurück zu holen mit Trauerbegleitung und Bestattung.

Nach einer wundervollen Fahrt durch die herrlich satt-grüne westfälische Landschaft wurde ein frühes, reichhaltiges Mittagessen eingenommen. Dann erfolgte die Weiterfahrt zu dem auf einem mit Laubwald bedeckten Hügel liegenden Institut Pütz-Roth. Die facettenreiche Villa ist mit feinem Mobiliar, Kunstgegenständen und Teppichen sowie frischem, dekorativem Blumenschmuck ausgestattet. Sie birgt zahlreiche Räume auf mehreren Zwischengeschossen für die verschiedenen Tagungsangebote und Besprechungsräume.

Vielfältige Demonstrations- und Besprechungsräume

In einem lichtvoll ausgestatteten Vortragsraum wurde vom Sohn des Gründers, David Roth, die Entstehungsgeschichte des Unternehmens mit allerhand Anekdoten aus der Sippengeschichte und dem Bergischen wiedergegeben. Dann begann die Führung durch die zahlreichen Demonstrations- und Besprechungsräume, wie dem Raum der stärksten Empfindungen nach einem Todesfall – der Versteinerung (große Granitbrocken hinter Glas, auch von der Gartenseite her unter einer dicken Glasplatte einsehbar), der Erinnerung (in Regalen lagen Erinnerungsgegenstände an und von Verstorbenen) und der Raum der Verunsicherung (mit diffusem, neblig undurchsichtigem Licht und Sand wegen der ungewissen Zukunft der aus dem gewohnten Rahmen gerissenen Hinterbliebenen. Diese können bei Bedarf bei der Bettung der Verstorbenen mithelfen, persönliche Gegenstände in den Sarg legen oder in anderen Formen zu den Trauerfeierlichkeiten beitragen. Bei Pütz-Roth steht für jeglichen Gesprächsbedarf geschultes Personal bereit. Die Kapazität des Hauses liegt bei 35 Verstorbenen gleichzeitig.

Bestattungsmöglichkeit im Friedwald

Es schloss sich ein ausführlicher Gang durch den Friedwald an. Ein Mitarbeiter räumte auch mit falschen Vorstellungen aus den zahlreichen Kriminalfilmen und Volksglauben auf, wie die Liegedauer der Toten ohne Kühlung (aktuell bis zu mehr als 20 Tagen). In den Gärten der Bestattung im Friedwald kann der letzte Ruheort selbst gewählt und später ausgestaltet werden.

Das Veranstaltungsprogramm für 2017 weist 30 Events auf. Die Themen reichen von Betreuungsrecht über Autorenlesungen, Konzerten, Kinderaktionen, Kochseminar bis zu Kleinkunst-Abenden.

Geselligkeit an bergischer Kaffeetafel

Auf der Rückfahrt wurde zum Kaffeetrinken in einem jener museal umgestalteten, mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude umfassenden Wohnflecken eingekehrt, die für das Bergische Land typisch sind. Wie nicht anders zu erwarten, bestellten die meisten der Ehrenamtlichen die für die Region typische Waffel mit Kirschen und Sahne oder Eis. Munteres Gespräch wechselte mit herzhaftem Lachen ab.

Zwei Herbstgedichte kamen zum Vortrag und zum gehabten Thema ein Gedicht von der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff: „Geliebte, wenn mein Geist geschieden, dann weint mir keine Träne nach. Denn wo ich weile, da herrscht Frieden, dort leuchtet mir ein ew`ger Tag. Wo aller Erdengram verschwunden, soll euer Bild mir nicht vergeh`n und Linderung für eure Wunden, für euren Schmerz will ich erfleh`n. Weht nächtlich seine Seraphsflügel der Friede übers Erdenreich, dann denkt nicht mehr an meinen Hügel, denn von den Sternen grüß` ich euch“.

(Bericht von Ursula Neukirch)

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