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Dieses Bild von Karl Maria Stadler fand sich auf den Plakaten wieder, mit denen unter dem Motto „Heraus mit dem Frauenwahl-recht“ für den Frauen-Tag 1914 geworben wurde.

Lüdenscheid. (PSL) Die Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 2019 ist von besonderer Bedeutung. Erstmals durften Frauen wählen und gewählt werden. 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen nutzen ihr neues Recht zur Stimmabgabe, 37 Frauen zogen als Abgeordnete in die Nationalversammlung ein. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Gleichstellung ist die erste Rede einer Frau in der Nationalversammlung am 19. Februar 1919.

Auf den Tag einhundert Jahre später trafen sich die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer ersten Mitgliederversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros NRW des Jahres 2019 im Ratssaal der Stadt Bonn. Mit dabei war auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lüdenscheid, Renate Mengedodt.

Passend zu 100 Jahren Frauenwahlrecht stand ein Thema besonders im Mittelpunkt: Frauen in der Politik. Denn das Erinnern und Ehren der ersten gewählten Frauen in unserem Land ist in diesem Jubiläumsjahr auch ein besonders Anliegen der 375 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in NRW. Mit ihrer Sammlung der ersten Kommunalpolitikerinnen in Form einer digitalen Landkarte rufen sie über 300 Ratsfrauen der ersten Stunde in Erinnerung.

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In Lüdenscheid waren es drei Ratsfrauen, die im März 1919 in die damals so genannte Stadtverordnetenversammlung gewählt wurden. Elisabeth Klara Zuncke war mit ihren 30 Jahren die jüngste unter ihnen. Nach etwa zwei Jahren Mitgliedschaft im Rat verstarb Zuncke nach der Geburt ihres Kindes im Wochenbett.

Neben Maria Föhrs, die ihre Arbeitsschwerpunkte auf den Krankenhausausschuss und den Lebensmittelausschuss gelegt hatte, gehörte auch Christine Schnur zu den drei ersten Lüdenscheider Ratsfrauen. Letztere ist vor allem durch ihr vielseitiges und ausgeprägtes soziales Engagement in Lüdenscheid bekannt. Schon zu Kriegszeiten kümmerte sie sich um die Versorgung Bedürftiger und Kranker, richtete Nachbarschaftshilfen ein und gründete schließlich Mitte der 20er Jahre den AWO Ortsverein Lüdenscheid.

„Für die Zukunft finde ich es wichtig, dass durch die Benennungen bei Straßen, Plätzen, Gebäuden und Schulen den Frauen die Ehre erwiesen wird, die sie verdient haben“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Renate Mengedodt. Mit dem Christine-Schnur-Weg wurde ein Anfang gemacht. Diesen gelte es nun fortzusetzen.

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