Gudrun Benkhofer: "Der 8. März ist der Frauenkampftag." Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Klare Ansage: „Der Weltfrauentag ist kein Valentinstag. Er ist der Frauenkampftag.“ Gudrun Benkhofer von der „8. März Aktionsgruppe Lüdenscheid“ machte am Montag unmissverständlich deutlich, dass Frauenrechte gestärkt werden müssen und unterdrückte und misshandelte Frauen dringend Schutzräume benötigen. „Deshalb lautet unsere Forderung: Ein Frauenhaus für Lüdenscheid jetzt“, sagte sie bei der Kundgebung auf dem Sternplatz.

Frauenhaus für manche die einzige Perspektive

Kampf gegen patriarchalisch geprägte Gewalt, gegen Ausgrenzung und für mehr Schutz: „Für manche Frauen ist das Frauenhaus die einzige Zukunftsperspektive“, erläuterte die Sprecherin. Das gelte insbesondere für Frauen ohne Aufenthaltsstatus. „Sie sollten das Recht auf einen kostenfreien Platz in Frauenhäusern haben.



Solche Schutzräume sind zurzeit allerdings knapp. Im Märkischen Kreis unterhält der AWO-Unterbezirk in Iserlohn ein Frauenhaus mit acht Plätzen für Frauen und zwölf Plätzen für Kinder.

Mehr Fälle von häuslicher Gewalt

Dass das nicht reicht, bestätigte auch Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. Während der Corona-Pandemie seien die Fälle häuslicher Gewalt gestiegen. In erster Linie seien Frauen und Kinder betroffen. Die Zuständigkeit für Frauenhäuser liege allerdings beim Märkischen Kreis. Er werde das Thema mit in seine nächste Besprechung mit Landrat Marco Voge nehmen, versprach er der Aktionsgruppe und den Zuhörern auf dem Sternplatz. „Ein Frauenhaus stünde auch Lüdenscheid gut zu Gesicht“, betonte der Rathaus-Chef.

Bündnis seit 2018 aktiv

Das Aktionsbündnis ist bereits seit 2018 aktiv und hat bereits einigen Filmabend, Lesungen und Gesprächsrunden veranstaltet. Seit Beginn der Pandemie sind die Aktivitäten etwas ins Stocken geraten. „Wir werden aber trotz Corona an unseren Themen dranbleiben“, versicherte Gudrun Benkhofer.

Wer kann bei Gewalt gegen Frauen helfen? Hier einige Kontakte:

Der Weiße Ring bietet zum Beispiel sowohl Onlineberatung (www.weisser-ring.de) als auch ein Opfer-Telefon (116 006) für Betroffene unterschiedlicher Formen von Gewalt an.

Auch das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet sowohl telefonisch (0800 116 016) als auch im Chat Beratung an.

Wer Missbrauch von Kindern bemerkt oder befürchtet, kann sich auch an das Hilfetelefon sexueller Missbrauch (0800 22 55 530), oder die medizinische Kinderschutzhotline (0800 19 210 000) wenden.

Hier einige Zahlen zum Thema Gewalt gegen Frauen:

  • 2019 wurden in Deutschland 135 Frauen zumeist von ihren (Ex-) Partnern ermordet.
  • 63 weitere  Frauen wurden 2019 lebensgefährlich verletzt und fünf weitere Frauen werden bis heute vermisst.
  • 2018 gab es laut BKA 12.093 angezeigte Fälle von gefährlicher Körperverletzung, 28.657 angezeigte Fälle von Bedrohung, Stalking oder Nötigung, 68.482 angezeigte Fälle von vorsätzlicher leichter Körperverletzung und 3086 angezeigte Fälle von sexuellen Übergriffen, sexueller Nötigung und Vergewaltigung.

 

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