Etliche Bürgerinnen und Bürger unterzogen die Musterflächen auf dem Maiplatz ausgiebigen Praxistests. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Innenstadt als gute Stube für alle Plettenberger – das ist die Wunschvorstellung, die Planer, Stadtverwaltung und Politik mit der Innenstadterneuerung verbinden. Die Bürgerinnen und Bürger werden in die Planungsschritte einbezogen, um ihre Identifikation mit den Ergebnissen zu stärken. So wurden am Samstagvormittag (6. Januar) beim öffentlichen Termin auf dem Maiplatz Möglichkeiten der Pflasterung für die Straßen und Wege in Plettenbergs Zentrum erörtert.

Zahlreiche Interessierte hatten sich am Vormittag um die einige Wochen zuvor verlegte Musterfläche vor dem alten Postgebäude versammelt. Sie machten Rutschtests, einige Damen und Herren erprobten die Begeh- bzw. Befahrbarkeit mit Rollatoren.

Regenrinne darf keine Stolperfalle sein

Foto: Bernhard Schlütter

Bauamtsleiter Sebastian Jülich erläuterte technische Einzelheiten. Für die Musterflächen wurden Pflastersteine aus dem Bestand in der Fußgängerzone (Material Metaphyr), Basalt aus Südostasien (laut Zertifikat nicht mit Kinderarbeit abgebaut) und Granit aus dem Bayerischen Wald verlegt.

Für das mittig durch die Fußgängerzone verlaufende Mobilitätsband werden Steinplatten in dem Pflaster angepassten Farbtönen verwendet. Neben dem Mobilitätsband wird eine Regenablaufrinne angelegt. Die auf dem Maiplatz gezeigte Variante mit einer zwei Zentimeter hohen Kante fiel sofort durch. “Für Rollatoren unbezwingbar und zudem eine böse Stolperfalle”, so die einhellige Meinung. Aber auch die halbrunde Regenrinne bildet ein Hindernis, wenn sie zu tief ist, wurde im Praxistest deutlich.

Stolperkante Foto: Bernhard Schlütter

Altes Pflaster nur bedingt wiederverwendbar

Bürgermeister Ulrich Schulte berichtete, dass laut Sachverständigem bei Neuverlegung unter Verwendung der vorhandenen Pflastersteine etwa 70 Prozent der Steine wiederverwendet, wobei weitere 10 bis 15 Prozent bei der Neuverlegung beschädigt werden könnten. Für die Ergänzung wären vom Farbton die Basaltsteine aus Südostasien geeignet.

Geschmackssache und Politikum

Die Regenablaufrinne ist für Rollatornutzer problematisch. Foto: Bernhard Schlütter

Favorit bei den Rollatornutzern ist offenbar das Granitpflaster. Da diese Steine gesägt statt gebrochen werden, ist die Oberfläche gleichmäßiger. Beim Farbton gehen die Meinungen auseinander. Der helle Granit passe nicht zur Bebauung, sagen die einen, er sorge für eine freundliche Atmosphäre die anderen – Geschmackssache.

Aber auch ein Politikum, denn letztlich werden die Ratsmitglieder die Entscheidung treffen. Am Samstag wurden auf jeden Fall alle Meinungen und Vorschläge protokolliert. Sie fließen in die Beratungen des Planungs- und Umweltausschusses und des Rates ein.

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