TEILEN
Zwangsarbeiter gab es auch im Märkischen Kreis. Ihr Schicksal aufzuklären, den Überlebenden Gehör zu verschaffen und sie aus der Anonymität ins Bewusstsein der Menschen zurückzuholen, ist eines der Ziele des gemeinsamen Forschungsprojektes. Foto: Pixabay

Lüdenscheid. Aus der Vergangenheit für die Gegenwart wichtige Erkenntnisse zu gewinnen war der Hauptgrund für die Teilnahme der Friedensgruppe an der Gründung der Ge-Denk-Zellen. Gleiche Gedanken bewirkten, dass die Mitglieder im Mai 2018 vom Rektor der Staatlichen Universität in Taganrog eingeladen wurden und ein gemeinsames Forschungsprojekt vereinbarten. Die Schicksale der 27.000 Zwangsarbeiter*innen von Taganrog (damalige Einwohnerzahl 180.000) sollen erforscht werden.

Verständigung und Friedensarbeit

Viele von ihnen konnten nicht einmal volljährig werden. Sie starben als Teenager. Foto: Pixabay

Viele von ihnen waren während des Zweiten Weltkrieges im Märkischen Kreis eingesetzt und viele kamen hier durch die rassistisch-schlechte Behandlung ums Leben. Sie liegen teils anonym in Sammelgräbern (z.B. auf evangelischen und katholischen Friedhöfen oder auf dem sogenannten “Russenfriedhof” am Hühnersiepen). Viele von ihnen konnten nicht einmal volljährig werden.

Friedensgruppe und Ge-Denk-Zellen e.V. wollen durch die gemeinsame Arbeit das Wissen über die Vergangenheit verbessern und zur Verständigung und Friedensarbeit zwischen Russland und Deutschland in ihren jeweiligen Partnerstädten beitragen.



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



Grundlagen erarbeiten

Gemeinsam für Frieden und Verständigung. Dazu will das Taganrock-Forschungsprojekt beitragen. Foto: Pixabay

Vom 15. bis 28. Mai werden nun vier Studierende und 2 Dozent*innen der Tschechow-Hochschule nach Lüdenscheid kommen. In dem intensiven Forschungsprogramm werden die ersten Grundlagen erarbeitet. Darauf aufbauend kann dann jeweils vor Ort weitergearbeitet werden.

Die Ergebnisse des Gesamtprojekts sollen in einer Ausstellung sowie einem Abschlussbericht in Form eines kleinen Buchbandes der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ca. hundert Zwangsarbeiter*innen aus Taganrog gab es auch im alten Kreis Altena/ Lüdenscheid.

Die Berichte zur Vereinbarung des Forschungsprojekt im Mai 2018 können über folgenden Link eingesehen werden: http://www.friedensgruppe-luedenscheid.de/neu_aktiv_2018_05_Taganrog.html

Unterstützer gesucht

Die Initiatoren freuen sich zudem auch weiterhin über jede Spende für das Forschungsprojekt “Schicksal der Zwangsarbeiter/innen aus unser Partnerstadt Taganrog”, da das ganze Projekt ausschließlich spendenfinanziert ist. Nähere Informationen dazu findet man unter folgendem Link: http://www.ge-denk-zellen-altes-rathaus.de/2019_04_11_taganrog_spenden.php

 

 

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here