OB Erik O. Schulz (li.) und Stefan Marx, Geschäftsführer des DGB Ruhr-Mark, laden zum 2. „Hagener GeDenken“ ein. (Foto: Linda Kolms/Stadt Hagen)

Hagen. Die Erinnerung hilft, die Zukunft zu gestalten. Mit diesem Grundgedanken laden Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Stefan Marx, Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Ruhr-Mark, sowie weitere Kooperationspartner nach dem vielversprechenden Auftakt im vergangenen Jahr junge Menschen auch 2019 wieder zu der Veranstaltung „Hagener GeDenken“ ein, um gemeinsam an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.

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Das „2. Hagener GeDenken“ findet am Donnerstag, 11. April, von 18 bis circa 20 Uhr im Kultopia statt. Der Besuch ist kostenlos.

Aus der Vergangenheit lernen

Ziel des „Hagener GeDenkens“ ist es, mit einer jährlich stattfindenden Veranstaltung die Erinnerungs- und Gedenkkultur für junge Menschen in Hagen aufrecht zu erhalten. „Wir wollen auch in unserer schönen Stadt eine Zukunft des Miteinanders und nicht des Gegeneinanders gestalten“, betont Oberbürgermeister Erik O. Schulz. „Und wir wollen nicht Hass, sondern Toleranz und Mitmenschlichkeit zum Leitsatz unseres Handelns machen. Daher sollten auch unsere jüngeren Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Vergangenheit lernen und erfahren, welche Auswirkungen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben können.“

Dokumentation, Information und Unterhaltung

Das Programm des diesjährigen „Hagener GeDenkens“ präsentiert eine gute Mischung aus Dokumentation, Information und Unterhaltung: Der Jugendring Hagen stellt seine selbst konzipierte Ausstellung „Jugend im Nationalsozialismus“ vor. Schülerinnen und Schüler, die sich im Jugendclub des Theaters Hagen engagieren, zeigen unter der Leitung der Theaterpädagogin Miriam Walter Ausschnitte des selbst entwickelten und tief beeindruckenden Stücks „Weichen stellen“. Das Stzück wurde im vergangenen Jahr im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 9. November mehrmals in der Hagener Synagoge aufgeführt.

Projekt “Digitale Stolpersteine”

Wolfgang Müller, Vorsitzender des Hagener Geschichtsvereins, stellt Biographien Hagener Bürgerinnen und Bürger vor, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur wurden. Das Amt für Geodaten und Liegenschaftskataster der Stadt Hagen hat mit seinen Auszubildenden ein Projekt „Digitale Stolpersteine“ gestartet und inzwischen weiterentwickelt. Und natürlich runden Live-Musik und Getränke den frühen Abend ab, der neben dem Zusehen und Zuhören auch Raum für Gespräche unter- und miteinander geben soll.

Brücken zwischen den Generationen

Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch der DGB Mark-Ruhr sieht in der Einbindung der Jugend eine wichtige Aufgabe. „Gerade wir Gewerkschaften haben ein großes Interesse daran, Brücken zwischen den Generationen zu schlagen, um stets an die Vergangenheit zu erinnern, ohne die Zukunft aus dem Blick zu verlieren“ erläutert Stefan Marx. „Modernes Gedenken und klassische Erinnerungskultur schließen sich nicht aus, auch das wollen wir mit dieser Veranstaltung zeigen.“

Die Stadt Hagen und die DGB Region Ruhr-Mark beteiligen sich bereits seit mehreren Jahren mit einer Delegation, der auch der Geschichtsverein Hagen und das Hagener Friedenszeichen angehören, an der jährlich am Karfreitag auf Einladung der Stadt Dortmund stattfindenden Mahnkundgebung in der Dortmunder Bittermark.

Stärker auf die Geschichte der Stadt eingehen

Dort wurden in den letzten Tagen vor dem Kriegsende 1945 von den Nationalsozialisten rund 300 politische Gefangene und Widerstandskämpfer – einige davon Hagener Bürgerinnen und Bürger – brutal ermordet. Daraus erwuchs Anfang 2018 der gemeinsame Wille, eine stärker auf die Geschichte der Stadt eingehende Form der Erinnerungskultur in Hagen zu etablieren. Ergebnis dieses gemeinsamen Willens ist die Etablierung der Veranstaltung „Hagener GeDenken“, die jährlich kurz vor Karfreitag beziehungsweise den Osterferien stattfinden soll. Ein weiteres positives Beispiel dieser gelungenen Kooperation war die starke Beteiligung junger Menschen im Rahmen des letztjährigen Gedenkens an die Pogromnacht am 9. November.

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