Die Gleichstellungsbeauftragte Renate Mengedodt und Lüden-scheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer hoffen, dass mög-lichst viele Bürgerinnen und Bürger während der „Orange Days“ ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Foto: Sven Prillwitz

Lüdenscheid. (PSL) Lüdenscheid sieht orange: Vom 25. November bis einschließlich 10. Dezember sollen mehrere öffentliche Gebäude und Plätze in der Farbe Orange beleuchtet werden. Damit wollen die Stadtverwaltung, der Club der Soroptimistinnen Lüdenscheid und das Netzwerk „Runde Tische gegen häusliche Gewalt im MK“ ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Das sei gerade mit Blick auf aktuelle Statistiken „wieder dringend erforderlich“, sagt Renate Mengedodt. Deswegen ruft die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lüdenscheid Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich an der weltweiten „Orange Days“-Kampagne zu beteiligen.

Fast 142.000 Fälle von häuslicher Gewalt listet die kriminalstatistische Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) für das Jahr 2019 auf. Tendenz: steigend – und zwar seit Jahren. Die Konstante dabei: Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Frauen. Im Vorjahr waren es in 81 Prozent der Fälle weibliche Partner, die bedroht und genötigt wurden, die Opfer von einfacher vorsätzlicher und schwerer Körperverletzung wurden. Auch sexuelle Straftaten finden sich in der Statistik wieder.



Im Märkischen Kreis und in Lüdenscheid ist ein Rückgang der Fälle von häuslicher Gewalt zu verzeichnen. 520 Strafanzeigen wegen Fällen von häuslicher Gewalt wurden in diesem Jahr von Januar bis Oktober im MK erfasst; 125 davon ereigneten sich in Lüdenscheid. 2019 waren es in diesem Zeitraum 646 registrierte Fälle auf Kreisebene und 134 in Lüdenscheid. Aber: „Das sind nur die bekannt gewordenen Fälle“, spielt Renate Mengedodt auf das Thema Dunkelziffer an. „Viele Gewalttaten werden oft gar nicht zur Anzeige gebracht, weil Opfer zu viel Angst haben oder sich schämen.“

Umso wichtiger sei es, erneut ein gut sichtbares Zeichen zu setzen – gegen Gewalt im Allgemeinen und gegen Gewalt an Frauen im Speziellen, so Mengedodt. Dafür eigne sich die weltweite Kampagne „Orange Days“ ganz besonders. Der Zeitraum von 16 Tagen ist hier ganz bewusst gewählt: Am 25. November wird der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ begangen, während der 10. Dezember als Tag der Menschenrechte gefeiert wird. Die Farbe Orange dient dabei als Symbol – für Kraft und Widerstand gegen Missstände.

In diesem Jahr sollen folgende Gebäude und öffentliche Plätze beleuchtet während der Kampagne durchgehend beleuchtet werden:

  • Graf-Engelbert-Platz
  • Fenster der Erlöserkirche
  • Fenster im Kulturhaus
  • „Tunnel des Lichts“ (Unterführung am Sauerfeld)
  • Turm der „Phänomenta“ (am 25. November)

„Jeder einzelne kann die Kampagne unterstützen und ein Zeichen setzen, beispielsweise indem eine orangefarbene Kerze oder ein elektrisches Licht ins Fenster gestellt und angezündet wird“, hofft Renate Mengedodt auf zahlreiche Mitstreiter. Die Gleichstellungsbeauftragte ruft die Bürgerinnen und Bürger außerdem dazu auf, Fotos von orange beleuchteten Gebäuden, Plätzen und Aktionen zu machen und diese – versehen mit dem Kampagnen-Hashtag #schweigenbrechen – online zu stellen.

Die Initiatorinnen der Kampagne im Märkischen Kreis weisen außerdem auf unterschiedliche Hilfsangebote hin, an die sich Opfer von häuslicher Gewalt wenden können:

  • Frauenberatungsstelle des Märkischen Kreises: Tel. 02351/860043
  • Hilfetelefon: Tel 08000 116016 sowie hilfetelefon.de

 

 

 

 

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