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Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Eine große Gruppe Plettenberger Bürger/innen nahm am Montag (27. Januar) an der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz auf dem jüdischen Friedhof an der Freiligrathstraße teil.

Stefanie Bauer, Mitglied des Vereins Christen an der Seite Israels und im Jahr 2006 Mitinitiatorin der Gedenkveranstaltung in Plettenberg, und Bürgermeister Ulrich Schulte stellten ein Blumenbouquet an die Gedenkstele auf dem jüdischen Friedhof. Foto: Bernhard Schlütter

In seiner Ansprache erinnerte Bürgermeister Ulrich Schulte daran, dass auch in Plettenberg der Nationalsozialismus verankert war und jüdische Mitbürger zu Opfern wurden. Antisemitismus und Faschismus seien nicht plötzlich da gewesen, sondern die Entwicklung sei zunächst schleichend vorangegangen. Eine ähnliche Tendenz beobachtet Ulrich Schulte in der Gegenwart: „In sozialen Medien wird gegen Flüchtlinge gehetzt, werden andere verleumdet und diffamiert. Dabei werden jeden Tag Grenzen überschritten und es wird ausgetestet, wie weit man ungestraft gehen kann.“ Der Bürgermeister rief dazu auf, gegenüber rechter Hetze nicht zu schweigen. „Nie wieder! Wehret den Anfängen!“, rief er in Erinnerung an über 13 Millionen Opfer der NS-Verbrechen aus.

Nils Buchholz (re.) und Christoph Wehr Foto: Bernhard Schlütter

Die Gedenkveranstaltung wurde im Ratssaal fortgesetzt. Die beiden Schauspieler Nils Buchholz und Christoph Wehr („drama-TISCH“) zeigten in ihrer Lesung „Auschwitz und das gesunde Volksempfinden“ die Verrohung einer überwunden geglaubten Gesellschaft, die sich in sprachlicher Enthemmung, Antisemitismus und Chauvinismus ebenso äußert wie in Opportunismus, Ignoranz oder stillschweigender Duldung.

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Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz auf dem jüdischen Friedhof Foto: Bernhard Schlütter

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