Der jüdische Friedhof wurde im Jahre 1887, damals noch vor den Toren der wachsenden Stadt Lüdenscheid eröffnet. Geschlossen wurde die Anlage auf Wunsch der jüdischen Kultusgemeinde im Jahre 1958. Foto: Stadt Lüdenscheid

Lüdenscheid. Für Deutschland und die Jüdische Gemeinschaft ist 2021 ein Festjahr, an dem Vertreter aus den Bereichen Religion, Gesellschaft und Staat mitwirken. Gefeiert werden 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht im Jubiläumsjahr eine herausragende Gelegenheit, sich die lange und reichhaltige Tradition jüdischer Kultur in Deutschland zu vergegenwärtigen. Es sei ein Wunder, ein unfassbarer Vertrauensbeweis und besonderer Grund für tiefe Dankbarkeit, dass jüdisches Leben nach dem Menschheitsverbrechen der Shoa in Deutschland wieder eine Heimat gefunden hat und auch heute unsere Gesellschaft bereichert. 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland seien nun vor allem eines – „eine Geschichte mit Zukunft.“

Jüdischer Vielfalt begegnen

Möglichst viele Menschen sollen die Möglichkeit haben, jüdischer Geschichte zu begegnen und ebenso den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland besser kennenzulernen. Auf diese Weise wird zudem ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.



Einen Beitrag zum Gedenkjahr, das am 21. Februar beginnt,  leistet in Lüdenscheid der Verein Ge-Denk-Zellen. Er hat das Jubiläum zum Anlass genommen, eine
Kurzdarstellung des lokalen jüdischen Lebens tausend Mal drucken lassen und an die Lüdenscheider Schulen gegeben, damit auch die Bedeutung der hiesigen Minderheit für die Entwicklung Lüdenscheids und in Deutschland bekannter wird

Die kurze Dokumentation unter dem Titel “Jüdische Nachbarn im alten Kreis Altena/Lüdenscheid stellt die Anfänge jüdischen Gemeindelebens dar und befasst sich auch mit der Religionsausübung innerhalb der Gemeinde.

Ausgrenzung, Enteigung und Verfolgung

Gedachten am 9. November 2020 der Opfer des NS-Regimes: Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und Hella Goldbach legten auf der Rückseite der Stadtbücherei unter der Gedenktafel für vertriebene, verfolgte und ermordete Juden symbolisch Blumensträuße nieder. Foto: Sven Prillwitz

Sie geht auch auf das jüdische Geschäftsleben und das Wirken jüdischer Geschäftsleute in Lüdenscheid ein. Geschildert wird ebenfalls die Zeit der Ausgrenzung, Enteignung und Verfolgung in der Zeit von 1933 bis 1941 sowie die Zeit des Holocaust von 1942 bis 1945. Sie endete mit der Deporatation von rund 800 Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc. Von dort aus wurden die Verschleppten auf verschiedene Lager verteilt. Niemand überlebte.

Die Erforschung jüdischen Lebens in Lüdenscheid begann mit einem Vortrag im November 1988. Mehr über das jüdische Leben in Lüdenheid hier Jüdische Nachbarn in Lüdenscheid_neu

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