Blasenkrebs zählt zu den heimtückischsten Krebsarten überhaupt. Der Tumor kann jahrelang in der Blase wachsen, ohne dass sich Beschwerden einstellen und die Betroffenen davon etwas merken. „Blut im Urin, ein schmerzloses Wasser lassen sowie Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß“, sagt Prof. Stefan Hautmann, „sind die klassischen Warnsignale und typischen Merkmale einer Krebserkrankung.“

Nicht zu verwechseln mit einer Blasenentzündung, erklärt der Klinikdirektor der Urologie an den Märkischen Kliniken. Bei einer Entzündung der Blase verspüre man beim Wasser lassen stets ein schmerzhaftes Brennen.

Blut im Urin ist immer ein Warnzeichen

Was ist zu tun, wenn bei einem Patienten der Verdacht auf Blasenkrebs besteht? „Wir leiten umgehend eine Urinuntersuchung ein. Sehr häufig haben diese Patienten Blut im Urin, aber keine Bakterien, keine Entzündungszellen, keinen Hinweis auf einen Infekt“, berichtet Prof. Hautmann aus seiner täglichen Praxis. Als zweiten Schritt leitet der Facharzt eine Sonographie – auch Ultraschall genannt – ein. Oft sieht man bei einer gefüllten Blase bereits einen Tumor an der Blasenwand. „Der Tumor sieht aus wie ein kleiner Blumenkohl und ist sehr gut zu erkennen“, weiß Prof. Hautmann.

Sollte sich ein Tumor-Verdacht erhärten, nimmt der Urologe eine Blasenspiegelung vor. Er führt eine Kamera durch die Harnröhre in die Blase und kann dort den Blasentumor endoskopisch betrachten. Das ist eine Untersuchung, die in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden kann. Mit einer kleinen elektrischen Schlinge wird anschließend eine Probe entnommen. Damit kann ein Blasentumor nachgewiesen oder auch ausgeschlossen werden.

Ist Blasenkrebs eigentlich komplett heilbar? „Ja“, sagt Stefan. Hautmann. „In etwa der Hälfte der Fälle kann der Blasenkrebs durch die endoskopische Untersuchung – nämlich durch die Blasenspiegelung und Ausschälung des Tumors – entfernt werden. In einem Drittel der Fälle kann der Blasenkrebs leider aber auch die Blasenwand durchbrechen und in Nachbarorgane eindringen. Es bleibt die Möglichkeit, die Blase komplett zu entfernen und aus dem Dünndarm des Patienten eine neue Blase anzulegen. Das nennen wir Neoblase.“

Wenn der Blasenkrebs schon gestreut hat – das ist bei einem Viertel der Patienten etwa der Fall – ist eine zusätzliche Chemo- oder Immuntherapie erforderlich, kombiniert mit einer Bestrahlungstherapie. Die gute Nachricht: Die meisten Blasenkarzinom-Patienten können zum Glück geheilt werden. Für Blasenkrebs gilt jedoch, was auch für viele andere Krebserkrankungen gilt: Je früher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungs- und Heilungschancen.

Rauchen und chemische Substanzen wesentliche Risiko-Faktoren

Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es? Ganz einfach: Wer nicht raucht, bekommt in der Regel auch keinen Blasenkrebs. Denn Blasenkrebs entsteht in über 90% der Fälle durch Nikotin. Darüber hinaus zählen auch chemische Substanzen zu den Auslösern. In Branchen wie der Textil-, Farb- oder chemischen Industrie gilt der Blasenkrebs schon lange als anerkannte Berufskrankheit.

Stefan Hautmanns Empfehlung: „Wenn sie das Rauchen einstellen und es ihnen gelingt, den Umgang mit Farb- und Lösungsmitteln zu vermeiden, senken sie ihr Risiko für Blasenkrebs ganz enorm und tragen so maßgeblich zu ihrer eigenen Gesundheit bei.“

Zum kommunalen Krankenhausverbund Märkische Kliniken GmbH gehören das Klinikum Lüdenscheid und die Stadtklinik Werdohl. In der Kategorie "Gesundheit Aktuell" präsentieren die Märkischen Kliniken in Zusammenarbeit mit dem TACH! regelmäßig spannende Artikel rund um Gesundheitsthemen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here