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Über 1000 Teilnehmer der Sternmärsche versammelten sich zur Kundgebung auf dem Rathausplatz. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. „Super gelaufen“. Mia Budde vom Organisationteam ist noch ein wenig außer Atem. Kein Wunder. Die erste „Fridays for Future“-Demo in Lüdenscheid war ein voller Erfolg. Nach Polizeischätzungen nahmen am Freitagmittag rund 2500 Menschen an den Sternmärschen zum Rathausplatz teil. Rund 1000 versammelten sich dann zur Kundgebung vor der großen Bühne, die bereits für den AOK-Firmenlauf am Freitagabend aufgebaut war.

Marian Heuser: Hoch mit dem Klima, nieder mit der Kohle. Foto: Wolfgang Teipel

„Hoch mit dem Klima, nieder mit der Kohle“ – gut gelaunt folgten die Teilnehmer der Aufforderung von Poetryslammer Marian Heuser, gingen in die Hocke und sprangen wieder in die Höhe. Die kleine Aufwärmübung wäre nicht notwendig gewesen. Die Stimmung auf dem Rathausplatz war ohnehin gut.

Jede Menge Sprechchöre

„We are unstoppable, another world is possible“. Mit solchen und weiteren Sprechchören verdeutlichten die Demonstranten, dass es aus ihrer Sicht Zeit ist, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten und dass es möglich ist, wenn schnell etwas passiert.



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„Ich fliege nicht mit dem Flugzeug. Nicht, dass ich es mir nicht leisten könnte. Ich mache es für die zukünftigen Kinder“, rief Leonard Ohle der Menge auf dem Rathausplatz zu. Klar für die Klimaschützer ist: Jeder muss bei sich anfangen.

In einem Aufruf der Lüdenscheider Initiative heißt es unter anderem: „Wir haben nur noch sehr begrenzt Zeit, einen abzusehenden Klimakollaps abzuwenden.

Wir müssen jetzt aktiv werden, denn später kommt der “point of no return”.

Wir sind eine Bewegung, die durch Aufklärung entstanden ist und die durch weitere Aufklärung wachsen soll. Gewiss ist nicht jedem, der auf dem Rathausplatz steht, der Umfang der Klimaproblematik bewusst. Der entscheidende Punkt ist aber, dass er auf dem Rathausplatz, mit seiner Stimme, steht. Er zeigt Interesse, mit seiner Person. Wir hoffen all denen, die das Thema noch nicht fassen können, dabei zu helfen, es zu verstehen.

Stecken noch am Anfang

Wir sind uns bewusst, dass wir noch am Anfang stecken. Wir sind wie ein kleines Kind, das Laufen lernt. Das Wissen, das wir über die Klimaproblematik in den letzten Monaten und Wochen gesammelt haben, veranlasst uns Änderungen in unserem Lebensalltag vorzunehmen. Dieser Prozess kann schon mit einem mitgebrachten Stoffbeutel im Supermarkt anfangen. Während dieses Prozesses ist es doch nur positiv, die bereits verankerte Überzeugung weiterzutragen und weitere Menschen und Instanzen anzustecken. Denn wie heißt es so schön: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Politik soll den Klimanotstand ausrufen

Für Leonard Ohle ist klar: Jeder muss bei sich anfangen. Foto: Wolfgang Teipel

Schülerinnen und Schüler aus fast allen weiterführenden Lüdenscheider Schulen, Vertreter aus der Lüdenscheider Politik und aus der Verwaltung nahmen an der Veranstaltung teil. Sie hörten auch die Forderung der Demonstranten, dass Lüdenscheid dem Beispiel anderer Städte folgen solle und den Klimanotstand ausrufen solle. Klima-Aktivisten aus Hagen und Iserlohn riefen zur Vernetzung auf, um die „Fridays for Future“-Bewegung in der Region zu stärken.

Selbstverständlich folgten die Teilnehmer der Kundgebung auch einer weiteren Bitte von Poetryslammer Marian Heuser. „Hinterlasst den Platz gereinigt, dann macht Ihr Eindruck.“ Für die Polizei gab’s bei der friedlichen Veranstaltung nichts zu tun. Die Demonstration am Freitag soll keine einmalige Aktion sein. Mia Budde kündigte an, dass Mahnwachen und weitere Kundgebungen folgen sollen.

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