TEILEN
Personal eines externen Unternehmens übernimmt vorübergehend die Besetzung eines Rettungswagens der Feuerwehr Lüdenscheid. Symbolbild

Lüdenscheid. (PSL) Die Stadt Lüdenscheid beauftragt einen externen Dienstleister für Notfallrettung kurzfristig mit der personellen Besetzung eines Rettungswagens im 24-Stunden-Dienst. Eine entsprechende Dringlichkeitsentscheidung hat der Bau- und Verkehrsausschuss am Mittwoch in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig genehmigt.

Der Vertrag mit dem Dienstleister ist am 15. Mai in Kraft getreten und läuft bis einschließlich 31. Juli 2019. Im direkten Anschluss soll – nach derzeitigem Planungsstand – ein anderes Unternehmen den Betrieb eines 24-Stunden-Rettungswagens übernehmen. Der jetzt beauftragte Dienstleister ist der einzige Anbieter, der kurzfristig im benötigten Umfang Personal zur Verfügung stellen kann. Die notwendigen finanziellen Mittel wurden über eine gesonderte Dringlichkeitsentscheidung bereitgestellt und sollen über die Rettungsdienstgebühren refinanziert werden.

Reaktion auf angespannte Personalsituation

Mit der Entscheidung reagieren Verwaltung und Politik auf die angespannte Personalsituation im Bereich der Feuer- und Rettungswache. Der Dringlichkeitsentscheidung ging ein Ratsbeschluss am 8. April voraus: Die Mandatsträger lehnten es damals ab, zum Ausgleich der Vakanzen im Rettungsdienst die im Brandschutz zu besetzenden Funktionen zu reduzieren. Gleichzeitig stimmten sie unter anderem dafür, dass die Stadt auf dem Arbeitsmarkt bzw. bei entsprechenden Dienstleistern nach „externen Lösungen“ für den Rettungsdienst suchen darf.



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



Die Vergabe erfolgte wegen der besonderen Dringlichkeit (Gefährdung von Leib und Leben sowie von bedeutenden Sachgütern) ohne das ansonsten übliche Ausschreibungsverfahren. Voraussetzung hierfür ist laut Unterschwellenvergabeverordnung (UVgO), dass die besondere Dringlichkeit nicht dem Auftraggeber zuzuschreiben ist. Das sei für die Stadt Lüdenscheid aus folgenden Gründen nicht der Fall, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die Gründe hierfür:

  1. Der Personalbestand der Feuer- und Rettungswache war in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils ausreichend. Das ging aus Prüfungen zur Einhaltung der 48-Stunden-Woche und der Funktionenbesetzung hervor, zuletzt im vierten Quartal 2018. Im Februar 2019 wurde jedoch festgestellt, dass der Personalbedarf für das laufende Jahr nicht gedeckt werden kann. Die Gründe: Bewerber, die kurzfristig absagten oder sich als ungeeignet erwiesen, sowie Versetzungsgesuche.
  1. Aufgrund des vom Märkischen Kreis verabschiedeten Rettungsdienstbedarfsplans 2016 hat die Stadt Lüdenscheid zum 1. Februar 2019 die Umwandlung einer Tages- in eine 24-Stunden-Schicht für einen Rettungswagen vorgenommen. Das hat allerdings einen zusätzlichen Mehrbedarf an Personal auslöst. Damit kam die Stadt Lüdenscheid einer kurzfristigen Forderung des Märkischen Kreises nach, obwohl die dafür im Stellenplan 2017 geschaffenen Stellen noch nicht durchgängig besetzt werden konnten.

 

 

 

 

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here