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Die Feuer- und Rettungswache ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Gutachter empfiehlt den Neubau. Offen ist noch, ob sie am alten Standort neu errichtet werden kann oder ob eine alternative Fläche benötigt wird. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Soll die Stadt das Amtsgerichtsgebäude kaufen, um Platz für einen Neubau der Feuer- und Rettungswache zu schaffen? Zumindest die Prüfung dieser Variante schlägt die CDU in einem Antrag vor, den sie in der Sitzung des Hauptausschusses am 27. November auf den Tisch legen wird. Sollte das möglich sein, könnte die Stadt Lüdenscheid auch auf ihr Vorkaufsrecht für das Grundstück an der Wiesenstraße verzichten und so der Autohaus Piepenstock den lang erwünschten neuen Standort ermöglichen.

In dem von Fraktionschef Oliver Fröhling unterzeichneten Antrag heißt es:

„Die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig mit dem Land NRW bzw. den für Liegenschaften zuständigen Stellen Verhandlungen aufzunehmen mit dem Ziel, das Objekt „Dukatenweg Nr.6 (Amtsgericht)“ für einen Neubau bzw. Entwicklung der Feuer- und Rettungswache unter Einbeziehung des jetzigen Standortes zu erwerben.“



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Mehrere positive Aspekte

Zur Begründung führt die CDU an, das ja seit geraumer Zeit nach einem geeigneten Grundstück für eine neue Feuer- und Rettungswache gesucht werde. Die bisherige Suche habe noch kein hundertprozentig zufriedenstellendes Ergebnis gebracht, da alle geprüften Standorte hinsichtlich Lage, Größe oder Topographie mit einigen Kompromissen verbunden seien. Mit einer Entwicklung des bisherigen Standortes unter Einbeziehung des „Amtsgericht-Grundstücks“ für einen entsprechenden Neubau könnten nach CDU-Auffassung mehrere positive Aspekte vereint werden:

  •  Eine neue Feuer- und Rettungswache könnte durch Integration der bereits vorhandenen Infrastruktur (soweit möglich) entstehen.
  •  Weiternutzung von vorhandenen Funktionen und Räumlichkeiten, wo dies arbeitsschutzrechtlich und technisch möglich und sinnvoll ist (z.B. Schulungsräume, Räume der Jugendfeuerwehr, Leitstelle, Garagen, Lagerflächen etc.). Somit wäre die Investition von rund 1 Mio. Euro, die aktuell am „Altstandort“ erfolgt, auch langfristig sinnvoll angelegt
  • Die Einsatzzeiten und Wege bleiben unverändert erhalten (!!!)
  •  Die Stadt könnte auf das Vorkaufsrecht am Grundstück an der Wiesenstraße verzichten und der Firma VW Piepenstock somit die dringend notwendige Entwicklung und damit eine langfristige Standort- und Arbeitsplatzsicherung ermöglichen. Schließlich handelt es sich um ein mittelständisches Lüdenscheider Traditionsunternehmen mit über 100 Beschäftigten vor Ort
  • Auch für das Amtsgericht wäre eine positive Entwicklung möglich. Denkbar ist ein Neubau zum Beispiel auf dem bisherigen Piepenstock-Gelände an der Lutherstraße oder dem Kleinhuis-Gelände an der Heedfelder Straße. Weitere Standortoptionen sind mit Sicherheit möglich. Hier hoffen wir auf aktive Unterstützung und Vermittlung durch die Verwaltung. Im Rahmen eines Umzugs des Amtsgerichtes könnte auch die dort häufig angespannte Parkplatzsituation verbessert werden.

    Ausreichend Zeit

Da die bisherige Planung eines Neubaus der Feuer- und Rettungswache einen Zeitraum von bis zu acht Jahren vorsehe, sollte ausreichend Zeit sein, um einen Umzug des Amtsgerichtes und eine Entwicklung dieses Standortes realisieren zu können.

In der bisherigen Diskussion werde von vielen Beteiligten immer wieder bedauert, dass „man doch damals besser das alte Finanzamt am Dukatenweg für die Feuerwehr gekauft hätte, wenn die Situation schon bekannt gewesen wäre“. Warum sollte es also nicht möglich sein, genau diesen Gedanken nun aufzugreifen und zu realisieren, fragen die Christdemokraten.

Positive Gesamtlösung

Von den heimischen Landtagsabgeordneten erwartet die CDU eine aktive Unterstützung dieses Vorhabens. „Aus unserer Sicht dürfen die notwendige öffentliche Daseinsvorsorge und eine erforderliche Wirtschaftsförderung nicht gegeneinander ausgespielt werden, wie es derzeit hier und da anklingt“, heißt es in der Begründung wörtlich.

Durch den Kauf und die Entwicklung des „Amtsgericht“-Grundstücks könnte nach CDU-Überzeugung eine positive Gesamtlösung für die Stadt gefunden werden, die den Interessen aller Beteiligten entspreche.

Jede Menge Fragen

Bei SPD, FDP und Grüne, die den CDU-Antrag vorab auch erhalten haben, tauchen eine Reihe von Fragen auf, beispielsweise nach dem Kaufpreis für das Amtsgerichtsgrundstück, nach der Eignung dieses Geländes, oder nach der Zulässigkeit einer neuen Nutzung. Erst nach der Beantwortung dieser und weiterer Fragen könne beurteilt werden, ob eine solche Standortvariante machbar und wirtschaftlich darstellbar sei.

 

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