Neun Platanen umrahmen den Stephansdachstuhl auf dem Alten Markt. Über ihre Zukunft wird in Plettenberg diskutiert. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. In der Bürgerversammlung am 12. Oktober zum Thema „Innenstadterneuerung und Baumbestand“ wurde als Kompromiss am Ende vorgeschlagen, einen Baumgutachter hinzuzuziehen, der beurteilen soll, ob die Platanen auf dem Alten Markt einen starken Beschnitt und nicht zuletzt die Bauarbeiten zur Erneuerung des Platzes überstehen können. Die Inititiative Stadtbäume brachte zum Ausdruck, dass sie unabhängig von der Aussage des Gutachters weiter für den Erhalt der Platanen eintreten wolle. Dazu schreibt FDP-Ratsfraktionsvorsitzender Carsten Hellwig in einem offenen Brief an den Bürgermeister:

Am 12. Oktober haben Bürger, Politiker und die Initiative Stadtbäume über die Innenstadtsanierung und die damit verbundene „Behandlung“ der Bäume diskutiert.

Für den Bereich des Kirchplatzes ist die Politik von den ursprünglichen Ideen zurückgetreten und wir werden nun wahrscheinlich mehr Bäume erhalten, als ursprünglich geplant. Somit wären wir erheblich auf die Wünsche der Initiative eingegangen.

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Für den Bereich des Stephandachstuhls/Alter Markt gab es eine sehr lange und umfangreiche Diskussion. Auf einen „grünen Zweig“ sind wir hierbei nicht gekommen. Die Initiative würde gerne alle Bäume erhalten wollen. BBZ (das Planungsbüro) schlug vor, die hinteren drei Bäume zu erhalten. Nachdem nach langer Zeit keine Einigung zu erwarten war, machte die BBZ den Vorschlag, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben werden sollte, dass maßgeblich zur Entscheidungsfindung, Baumerhalt oder Baumneupflanzung, führen soll.

Nach langer Überlegung halten wir diese Kompromisslösung nicht für sinnvoll. Warum? Die Initiative selbst hat das Gutachten nicht gerade mit Freude mitgetragen und will eigentlich sowieso am gesamten Baumerhalt am Stephandachstuhl festhalten. Kurz zusammengefasst: Egal, was beim Gutachten auch herauskommt, aufgeben will die Initiative anscheinend keinen einzigen Baum. Was gewinnen wir also mit diesem Gutachten?

Wichtig ist, dass diese Fläche „bespielbar“ bleibt. Sie soll weiterhin als Veranstaltungsfläche genutzt werden können. Gleichzeit müssen wir in der Lage sein, hier neu zu planen. Dafür dürfen und sollten nicht neun Bäume ausschlaggebend sein. Wenn wir etwas verändern wollen, dann sollten wir nicht unseren Umbau um die Bäume herum planen. Wir glauben eher, dass ein entscheidendes Merkmal für die Innenstadtbelebung die Gastronomie in der unteren Wilhelmstraße sein kann. Gastronomie lebt auch davon, dass Veranstaltungen in der Innenstadt von Plettenberg stattfinden können. Der P-Weg und das Stadtfest sind nur zwei von einigen Beispielen, die wir für die weitere Belebung der Innenstadt nutzen müssen und können.

Davon profitieren alle. 
Und dafür darf der Baumerhalt oder Baum-Nichterhalt am Stephandachstuhl nun wirklich nicht ausschlaggebend sein.
 Ein Gutachten ist somit nicht zielführend, egal, wie teuer es auch sein mag. Diese finanzielle Ressource kann besser genutzt werden. Wir wollen, dass es endlich weitergeht und nicht noch mehr Zeit vergeudet wird.
 Wir stellen hiermit den Antrag, von der Beauftragung dieses Gutachtens Abstand zu nehmen.

Auch wenn wir mit diesem Antrag in der Öffentlichkeit die Gefahr eingehen, einen „Shit-Storm“ zu ernten, nehmen wir dieses Risiko in Kauf. Immerhin ersparen wir uns damit hoffentlich ein weiteres Gutachten.

 

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