Der Märkische Kreis nimmt am Schulversuch Fachoberschule Polizei (Polizei FOS) des Landes NRW teil. Darüber freuen sich (von links): Axel Zimmermann (ESBK), Ulrich Fröndhoff (ESBK-Schulleiter), Anika Bäcker (Polizeihauptkommissarin), Manfred Kurzawe (Abteilungsleiter Polizei), Landrat Marco Voge und Rainer Vockenroth (ESBK). Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. Der Märkische Kreis nimmt am Schulversuch Fachoberschule Polizei (Polizei FOS) des Landes NRW teil. Damit eröffnet sich die Chance, in der heimischen Region auch weiter ausreichend qualifiziertes Fachpersonal für die Kreispolizeibehörde zu gewinnen.

Die Genehmigung vom Ministerium für Schule und Bildung und dem Ministerium des Innern liegt vor: Der Märkische Kreis nimmt am Schulversuch Fachoberschule Polizei (Polizei FOS) des Landes Nordrhein-Westfalen teil. Den entsprechenden Antrag hatte die Kreisverwaltung Anfang des Jahres gestellt. Mit dem Schreiben aus Düsseldorf ist nun klar, dass der Bildungsgang am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg des Märkischen Kreises in Halver angeboten wird. Der zweijährige Bildungsweg startet zum 1. August 2023. Zu diesem Zeitpunkt können erste Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden.

„Der Brief aus Düsseldorf bringt tolle Nachrichten für unseren Kreis“, sagt Landrat Marco Voge. „Wir haben nun die Chance, die Polizistinnen und Polizisten von Morgen vor Ort auszubilden. Für junge Menschen ist das eine sehr gute Möglichkeit, diesen spannenden Berufsweg einzuschlagen. Die Sicherheit in unserem Kreis ist mir ein besonders wichtiges Anliegen. Unsere Polizei leistet super Arbeit und verdient dafür unsere vollste Wertschätzung. Dieser Beruf ist attraktiv. Es freut mich sehr, wohnortnah junge Menschen aus der Region für diese tolle Arbeit zu gewinnen.“ Der Landrat bedankte sich bei der Kreispolizeibehörde sowie beim Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg für die uneingeschränkte Unterstützung, ebenso wie bei den politischen Entscheidungsträgern. Voge: „Mit einem Kreistagsbeschluss haben wir die Rückendeckung und ausdrückliche Unterstützung der Kreispolitik gehabt, uns als Standort für diesen Schulversuch zu bewerben. Unsere Kreispolizeibehörde engagiert sich mit der Teilnahme ebenfalls intensiv, um im Rahmen dieses Schulversuchs zukünftige Kolleginnen und Kollegen auszubilden. Und unser Berufskolleg in Halver verfügt über eine moderne und umfangreiche technische Ausstattung sowie über das erforderliche Knowhow.“

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Nachwuchs für den Polizeidienst in der Region

Auch in der Kreispolizeibehörde sieht man die Chance, mit dem neuen Bildungsgang Nachwuchs aus der Region frühzeitig für den Polizeidienst in der Region zu gewinnen. Manfred Kurzawe, der als Abteilungsleiter Polizei die fachliche Gesamtverantwortung der Kreispolizeibehörde trägt: „Das ist ein sehr gutes Signal für die Polizei, aber auch für die Menschen im Märkischen Kreis. Der Weg über die Fachoberschulreife ist für Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss zudem eine gute Möglichkeit, Zugang zum Polizeiberuf zu bekommen. Der neue Ausbildungsgang ist eine Stärkung der Region.“ Die FOS-Ausbildung eröffne nicht nur den Bewerbenden neue Wege in die Polizei, sondern „wir als Organisation sind damit in der Lage, die zweifelsfrei vorhandenen Potenziale abzuschöpfen“. Mit erfolgreichem Abschluss des Bildungsgangs erwerben die Absolventinnen und Absolventen das Fachabitur und eine Zugangsmöglichkeit zu einem Studienplatz an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (Duales Studium zur Polizeikommissarin oder Polizeikommissar).

„Weitere interessante Bildungsperspektive“

Über die Nachricht aus Düsseldorf freuen sich auch die Verantwortlichen am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg. „Wir nehmen wahr, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler sehr interessiert am Polizeiberuf sind. Hier wird zukünftig ortsnah für Jugendliche aus der ganzen Region eine weitere interessante Bildungsperspektive geboten. Ihnen werden parallel zum Fachabitur bereits Einblicke in den Polizeiberuf gewährt und sie erhalten die Möglichkeit der anschließenden Berufsausbildung bei der Polizei“, sagt Schulleiter Ulrich Fröndhoff. „Seit vielen Jahren werden hier bereits die Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellten sowie die Verwaltungsfachangestellten ausgebildet. Hieraus resultierend verfügt das Berufskolleg über Lehrpersonal, das sich durch ausgezeichnete Expertise in den einschlägigen Fachbereichen auszeichnet. Wir freuen uns auf die neuen Erfahrungen, von denen unsere Schülerinnen und Schüler, die Region und auch die Schulgemeinschaft profitieren werden.“

Parallel zur schulischen Ausbildung absolvieren die Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit dem Berufskolleg möglichst wohnortnah ein Praxisjahr (Praktikum) bei der Polizei NRW. Die letzte planmäßige Einschulungsmöglichkeit besteht im Schuljahr 2027/28 – damit alle ihre Ausbildung im Zeitraum des Schulversuchs abschließen können. Rechtzeitig vor dem Ende des Schulversuchs will das Land anhand der gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse entscheiden, ob der Bildungsgang in das Regelsystem übernommen wird. Sollte dies der Fall sein, würde am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg der Bildungsgang dauerhaft angeboten.

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